[Impulse] Das Leben der Steine

14. Juli 2019

Wenn die (Schul-)Ferien kommen, habe ich keinen festen Plan, wie ich sie verbringen möchte. Das liegt auch daran, dass ich mein Leben nicht in Arbeit und Ferien einteile, sondern alles als erfüllte Lebenszeit zu genießen versuche. Da die restliche Zeit des Jahres etwas voll gestopfter ist, lasse ich also in meiner Freizeit bewusst Platz. Der darf dann aufgefüllt werden durch gute Ideen, neue Impulse, Überraschungen und Wunder. Heute habe ich einen Tag mal bewusst nur für mich gestaltet und er begann mit einer Fahrt mit der Museumseisenbahn.

Das hätte vielleicht schon als Ausflug und Inspiration gereicht. Man wird in der Zeit zurückversetzt und ich würde gern viel öfter so reisen! Eine gemütliche Fahrt in der vornehmen Holzklasse. Die Überraschung hat auch nicht gefehlt, denn ein paar Kilometer vor dem Ziel blieb die Bahn stehen und musste umkehren (#mercuryretrograde ;). Die Erwachsenen meckerten, die Kinder hat es nicht interessiert und sie blieben voll Freude. Für sie war der Weg das Ziel und sie hielten die Köpfe aus dem Fenster und riefen sich gegenseitig zu, wann der andere ihn wieder einziehen muss, um nicht von Gestrüpp oder Brückenpfeilern auf der alten Strecke erwischt zu werden.

Danach bekam die Leichtigkeit des Seins ein bisschen Tiefgang als ich unter Tage fuhr in das Besucherbergwerk Kleinbremen, das im zweiten Weltkrieg stark für die Rüstungsindustrie ausgebaut wurde. „In den Berg fahren“ bedeutet übrigens nicht, dass man fährt, sondern es bedeutet auch den Abstieg zu Fuß. An einem Punkt stand uns aber eine kleine Bergbahn zur Verfügung, die mit uns viele Hundert Meter durchs Dunkel rollte. Die Führung war leichtfüßig und interessant gestaltet und bot ein paar Überraschungen. Aber es kamen in mir natürlich gemischte Gefühle auf an diesem Ort, der viele Wunder in sich trägt, doch so stark bearbeitet wurde und so viel mitgemacht hat, dass er ein bisschen Heilung benötigt. Wir haben uns alle mit dem Bergmanngruß begrüßt und verabschiedet: „Glück auf“ gewünscht und ich hab es dabei im Stillen auch diesem Ort gewünscht, der seinen Frieden, oder ein bisschen Licht in der Dunkelheit, verdient hat.

Das Anthropozän ist hier so sichtbar. Und ich persönlich halte es für eine sinnvolle Idee, wenn jeder Mensch, der in seinem Leben mit Steinen arbeitet, egal ob er fossile Brennstoffe nutzt, Elemente aus dem Stein herauslöst, Steine im Haus verbaut, sich Edelsteine kauft oder gar mit den Schätzen der Erde handelt, sich den Abbau dieser Elemente unter Tage anzuschauen und sich bewusst zu machen, dass das, was man an anderer Stelle gewinnt, hier im Gesamtgefüge fehlt und eine Lücke erzeugt, die unter Umständen Auswirkungen hat. Zum Beispiel auf das Grundwasser, das verunreinigt werden kann, oder auch auf die Stabilität ganzer Landschaftsabschnitte... In aller erster Linie aber auf die Ganzheit der Erde, auf der wir leben, auf die Ganzheit des Landschaftsgebietes, das sein Inneres hergibt. Wir sind Menschen, wir wollen etwas schöpfen, etwas aufbauen und transformieren. Das ist wundervoll! Doch beginnen wir die Erde als Lebewesen zu betrachten, oder noch einfacher, kleine Landschaftsteile als Teile dieses Lebenswesens oder vereinfacht als eigene Lebensformen zu betrachten, als selbstständige Ökosysteme, dann ist es nur logisch, dass dieses System ins Wanken gerät, wenn man ihm etwas entnimmt. 

(*In der Ausstellung zum Bergwerk wurden auch die Errungenschaften des Bergbaus in der Region aufgelistet, darunter die Quellenbohrungen von Bad Oeynhausen. Und unter dem obigen Gesichtspunkt sind natürlich auch diese als fragwürdig zu betrachten, inwiefern man ungefragt in die Natur eingreift. Dass das nur gut gehen kann, wenn man wenigstens mit dem größtmöglichen Respekt, der Fürsorge und Liebe hegt und pflegt, was man geschaffen hat, sieht man in unserer Stadt auch, denn die Liebe zu den Quellen fehlt, sie werden nicht mal regelmäßig gereinigt und wachsen dadurch mit Gipskristallen zu, dass sie unbrauchbar werden. Die Natur holt sich zurück, was erbeutet wurde, erst recht, wenn es in Vergessenheit gerät.)

In Teilen der Stollen ist Grundwasser aufgestiegen als hätte es sich den Raum zurück erobern wollen. Einzelne Stollen waren beleuchtet und ein kleines Boot lag am „Ufer“. Auf einem Schild stand „Tauchen auf eigene Gefahr“. Was für ein wunderschöner, metaphorischer Satz an diesem Ort, dachte ich, niemand übernimmt die Verantwortung dafür, wenn wir in der Tiefe baden wollen. Das Element Wasser steht ja bekanntlich für die Gefühlstiefe. 

Alle schauten gespannt auf den unterirdischen See und man konnte spüren, dass der ein- oder andere sich danach sehnte hier in den beleuchteten Tiefen zu tauchen und sich in das kleine Boot zu setzen auf der Suche nach verborgenen Schätzen und unentdeckten Wundern, die tief in die Dunkelheit hinein reichten. Manche sprachen den Wunsch auch aus. Die Boote lagen hier übrigens, weil hier in der Vergangenheit wirklich getaucht wurde, bis der Besitzer es aus Haftungsgründen ausschloss. 

(** In einem weiteren Blogbeitrag erzählte ich schon davon, dass das Baden in den Oeynhauser Quellen ja auch schon vor 100 Jahren ein beliebtes Mittel gegen das damals wie heute bekannte - damals nur anders betitelte - Burnout war, denn die Berührung mit Wasser bringt uns wieder in Kontakt mit unseren Gefühlen, sozusagen in den Fluss.)

Meine Reise führte mich weiter zu einem Restaurant in einer ganz kleinen Paschenburg mit einem Ausblick über das Land und ich wäre hier sitzen geblieben, um zu schreiben, hätte man nicht eine große Gesellschaft erwartet. Niemand drängelte mich - im Gegenteil, die Mitarbeiter sind hier unfassbar freundlich, deshalb bin ich so gern da (wenn ich es auch nur wenige Male im Jahr schaffe) -, aber ich beschloss noch einen kurzen Waldspaziergang zu machen und wurde am Ende auf den Garten des Bildhauers aufmerksam, den ich für einen Privatgarten gehalten hatte. Ein Paar stand darin und unterhielt sich mit der Bildhauerin. Sie gestattete auch mir Einlass in den Wandelgarten, der liebevoll übersät war von mystischen Arbeiten, die mich oft an Marko Pogacniks Geopunktur erinnerten (UNESCO Friedenskünstler 2016) und diesen Ort Zu einem Platz des Friedens machten, den er weiträumig ausstrahlte.

Dabei kam mir auch wieder in den Sinn, was ich damals 2015 im Gespräch mit Marko über die Steine gelernt hatte, sie als lebendige Elemente der Natur zu begreifen und damit zu arbeiten.

Was für ein Kontrast den Stein mit Liebe zu betrachten und ihn als Friedensbringer zu verstehen, und nicht nur als Element, das uns Menschen Untertan ist, wie es noch im Bergwerk der Fall war. Der Stein als Teil des Großen Ganzen. Der Stein als gewachsenes Element. Der Stein als Raum. Der Stein als lebendiger Boden, auf dem wir wandeln, leben und gedeihen. Ein großes Lebewesen. Wie wundervoll einige der Gartenkünstler die Lebendigkeit des Steins in Gesichtern ausdrückten!

🕊 Ein erfüllter Ferientag, der mich tief geerdet hat.

Dass dieser Tag mit dem Thema Steine, Krafteinsatz und Gefühlstiefe astrologisch auf die Zeit der Steinbock-Finsternis fiel, ging mir erst auf als ich diesen Text schrieb. Dabei waren mir die in Stein gehauenen Sternzeichen und wenigen Kosmogramme im Garten gleich ins Auge gefallen. Jeder kennt das Zitat "Auch aus Steinen, die dir in den Weg gelegt werden, kannst du etwas Schönes bauen." Am Tag, der auf meinen Ausflug folgte, beschäftigten mich in der Tag die Steine, die mir in der Vergangenheit in den Weg gelegt wurden und die Aspekte, in denen ich mir selbst im Weg stehe und ich bahnte Gespräche an, um sie aus dem Weg zu räumen. "Mir fällt ein Stein vom Herzen" war das Gefühl, das mich nach diesem Gespräch durchzog. Der Steinbock räumt also das aufgeschüttete Geröll aus dem Weg, er baut auf, er will zum Erdinneren vordringen. Los gehts!


Gutes tun

Alle Museumseisenbahnvereine arbeiten hart dafür die Loks fahrtüchtig zu halten und es ist ein teures Unterfangen, das nicht durch Fahrkartenverkäufe ausgeglichen werden kann. Sie sind deshalb auf Spenden angewiesen. Hier kannst du mehr über die Vereine erfahren, die ich bisher kennenlernen durfte und mit Freude eine Spende abgeben, die deine wohlwollende Energie transportiert:

Museumseisenbahn Minden, NRW

Museumseisenbahn Darmstadt-Kranichstein, HESSEN


Gutes tun

Etwas neues lernen: Erdheilung

Informiere dich zum Thema Geomantie (hier eine schöne Erklärung) und versuch doch einmal in allen Lebensbereichen achtsamer mit dem Thema "Gesundheit der Erde" umzugehen. Es gibt hier so viele Möglichkeiten, sie enden nicht beim Verzicht auf Plastik oder Autonutzung, sondern reichen auch hinein in aktive Handlungsfelder, die deine inneren Kräfte ansprechen.

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