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Mach's gut, 2018!

Ich kann mich kaum an ein Jahr erinnern, das so war wie dieses. Ein merkwürdiges Jahr. Eines, an das ich mich wahrscheinlich lange erinnern werde. Deshalb darf es im Museletter ruhig mehr Platz benötigen als andere Jahre.

2018 war für mich ein Jahr der Gegensätze. Erstaunlicherweise stieß ich in Gesprächen immer wieder darauf, wie anstrengend dieses Jahr gewesen ist, meine Wahrnehmung unterschied sich da wenig von der meiner Gesprächspartner, woher auch immer sie kamen. 2018 war ein Jahr, in dem ich mich so oft so gefühlt habe als würde ich durch Kaugummi laufen um am Ende des Weges vor einem Berg aus Kaugummi zu stehen. Ich denke es ist wichtig auch mal so etwas von sich hören zu lassen, denn es ist eine so Menschliche Erfahrung. Wer liebt es nicht sich zu fühlen als könne er Berge versetzen? Doch so kann man sich nicht ständig fühlen, spätestens wenn man das Vorhaben angeht, kommt der Berg doch immer mit Lektionen.

Ich möchte heute einfach den Gedanken aussenden, dass wir alle Menschen sind mit bewegten Leben, in denen nicht immer alles nach Plan verläuft, in denen die Welt an einem Tag fantastisch aussieht und am nächsten Tag alles plötzlich um 180° dreht, ganz unabhängig davon, ob man ein ausgeglichener, motivierter und strebsamer Mensch ist oder nicht. Das Leben steht ja nicht still und es setzt uns vor immer neue Herausforderungen. Ich lerne gern dazu. Ich denke das Leben weiß das und schickt dann ab und zu mehr zu Lernen als ich erwartet hatte. Es setzt uns Berge in den Weg oder wir finden diese Berge selbst. Manchmal stehen wir staunend davor, manchmal erschlagen, dann wieder enthusiastisch mit festem Ziel und wollen den Gipfel stürmen. Manchmal wollen wir den Berg auch einfach nur hinter uns lassen.

Weise Sternleser sagen es war ein Jahr der Innenschau, der inneren Veränderungen. Eine Lähmung nach der anderen von Außen (ich denke da allein schon an den heißen Sommer!), machte die Auseinandersetzung mit dem Inneren unausweichlich.

Und was auch immer die Sterne vor hatten, es wurde bei den meisten Menschen stürmisch. Ich war gefühlt ein paar Mal auf hoher See. Und während auch mir bei allen Ereignissen manchmal die klare Sicht auf die Dinge abhanden ging und der Horizont verschwamm und mir nicht klar war, wo unten und oben ist, bin ich nun froh und stolz mit beiden Beinen fester auf der Erde zu stehen als je zuvor. War es das erste Jahr, in dem mich das Innere beschäftigte? Nein. Auf mich zu achten, mich auch selbst lesen lernen, gehört zu mir und zu meiner Arbeit, sonst könnte ich sie gar nicht machen.  Mein Ziel ist es noch viel Gutes tun zu können, aber auch viel Gutes erleben zu dürfen. Wie komme ich dahin? Doch nur indem ich guten Mutes voranschreite auf diesem Weg, den ich mir ausgesucht habe und nicht aufgebe, wenn es mal stürmisch wird.Mich weiterzuentwickeln, mit allen Anstrengungen, die nötig sind, betrachte ich als Chance und als Privileg, als unfassbare Freude, wenn etwas geschafft ist - aber hey, ich bin ein Mensch, also betrachte ich es in vielen Momenten auch als völlig nervige Zumutung! :)

Der innere Sturm und Drang (oder war es die natürliche Ordnung der Dinge?) hatte in diesem Jahr eine wellenartige Bewegung ausgelöst, in der sich alles neu sortierte. Für mich habe ich noch einigen Ballast, den es vielleicht für die Erfüllung aller Pläne und Wünsche erst abzuwerfen galt, hinter mir gelassen. Irgendwo im Sturm verloren. 

Als es stürmisch war, besuchte ich zufällig eine Lesung, in der ein Weltenbummler von seiner Ozeanüberquerung erzählte. Im schlimmsten Sturm, in dem keiner um ihn herum eine Erlösung sah, blieb er (anstatt mit dem Gedanken im Außen beim Sturm) einfach in Gedanken bei sich, in der Hoffnung, vielleicht sogar im Glauben daran, dass es Wunder gibt. Offensichtlich kam das Wunder, sonst hätte ich nicht seine Lesung besuchen können. Aber heute erinnere ich mich daran und denke: mal ehrlich, wer von uns hat noch kein Wunder erlebt? Denke ich allein an dieses Jahr zurück, fallen mit unzählige kleine und große Wunder ein, in deren Andenken ich mich jeder Zeit vor jeden inneren Berg stellen und den Aufstieg wagen (oder die See überqueren) würde, um im nächsten schönen grünen Tal anzukommen im Kreise von herzlichen Menschen, denen man ganz anders, oder vielleicht auch zum ersten Mal begegnet, wenn man eine Etappe hinter sich gebracht hat.

Dies wollte ich vor dem neuen Jahr aussenden, an alle Menschen, die hier eingetragen sind, weil sie sich auf ihrer eigenen Reise befinden und denen dies eine Inspiration sein mag. Eine Inspiration, die nicht leichtfüßig daher kommt, sondern am Ende diesen Jahres eher schweren, aber beherzten Schrittes einen langen Weg zurück gelegt hat. Eine Inspiration, die sagt: 

Wenn du einen Berg versetzen willst, dann wird er dich zwingen hinauf zu wandern und zu überprüfen, ob er wirklich versetzt werden muss, oder ob er stattdessen dazu da ist dich dorthin zu bringen, wo du hin willst: über dich hinaus zu wachsen. 

Wenn du im Sturm auf hoher See bist, erinnere dich an deine Wunder. 

Goethe sagte auch mal:

„Wenn man ins Wasser kommt, lernt man Schwimmen.“  

Und wenn du im grünen Tal bist, bei allen Menschen, die du liebst: genieß es!

 

 

So bedanke ich mich beim Jahr 2018, dass es mir noch besser inneres Bergsteigen und Schwimmen beigebracht hat (Wandern konnte ich schon :). Und nun freue ich mich darauf zu sehen, welche Reisen mir das Jahr 2019 bringen wird.

 

... Und dann ergab sich noch etwas Verwunderliches als ich gerade diesen Text geschrieben hatte und in mein Auto stieg. Da ertönte im Radio das Lied „Ain’t no Mountain high enough“ :)

Ich zitiere den Refrain hier noch für euch:

 

„Ain't no mountain high enough

Ain't no valley low enough

Ain't no river wide enough

To keep me from getting to you“

 

 

Ein frohes neues Jahr, dir!

Philomena 

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