[Intuitives Reisen] Roms Wege der Erkenntnis (Großer Artikel)

29. Juli 2019

Bei dem Namen Rom hört alles Träumen auf und die Selbsterkenntnis fängt an. Die alte Zauberin weist jeglichem Menschen seinen Platz an. Mein hiesiger Aufenthalt ist eine Entwicklungsgeschichte.

Anselm Feuerbach

Mein Abenteuer begann so, wie die meisten Abenteuer bei mir beginnen: spontan. Durch eine Planänderung hatte ich sieben Tage Reise- oder Freizeit übrig. Erst besuchte ich Freunde und am dritten Tag kam mir in den Sinn Italien zu sehen und so buchte ich morgens einen Flieger für den Nachmittag. Allein, denn ich wollte eine Reise nur für mich machen. Manche Reisen machen in Begleitung Sinn und manche Reisen muss man auf sich allein gestellt machen, für die innere Entwicklung und Entfaltung. Ich mache jeden Tag gern ein wenig Platz für die Selbsterkenntnis - sei sie schön oder schmerzlich - und empfinde es als Segen dem Ruf der Erkenntnis nach Rom folgen zu dürfen. Ich reise gern so, wie es Dichter, Denker und Universalgelehrte der Weltgeschichte getan haben: auf eigene Faust los, erleben, reflektieren. Dasein. Spüren. Die Vergangenheit eines Ortes, das Hier und Jetzt, das Potential, die Essenz, die Resonanz mit der eigenen Seele.

Und auf den Wegen der Erkenntnis zu reisen, ist etwas ganz anderes als eine "Bucketlist" abzuarbeiten. Mir ist egal, welche 1000 Orte angeblich jeder gesehen haben muss, bevor er stirbt. Mich interessiert, an welche Orte mich mein Inneres zieht, weil dort eine Erkenntnis wartet, eine wertvolle Erfahrung, ein toller Mensch. Ich denke wir alle tragen Orte in uns, an die es uns zieht, wenn wir auf unser Herz hören. Und reisen wir zu diesen Orten, können wir auch jeden Stadtplan wegwerfen und uns vom Bauchgefühl durch die Gassen führen lassen. Meine Reiseführer sind mein innerer Kompass und der Himmel. Wir werden dort ankommen, wo wir ankommen sollen. Für mich ist es so. Und diese Fähigkeit wird stärker, je mehr ich sie übe, je mehr Platz ich ihr einräume. Dazu gehört natürlich auch Mut, aber noch mehr als das ein Wille. Mein Wille wird sich wahrscheinlich in Rom formen. Vor der Reise begegnet mir der Spruch "Was willst du? Visualisiere, was dich deiner wahren Lebensaufgabe näher bringt!"

Mein Plan war es zwei Tage in Rom zu verbringen und drei Tage auf einem Landsitz in der Nähre von Neapel. Ich freute mich, dass ich bei Ankunft in Rom auch eine Bestätigung für meine angefragte Unterkunft hatte. In der Via Francesco Pacelli sollte sie sein. Ich kam in der Dunkelheit an und hatte das Glück, dass die Vermieter mir eine super Erklärung geschickt hatten, wie ich zu ihnen finde. Dennoch holten sie mich wie selbstverständlich am letzten größeren Busbahnhof einfach ab, damit ich nicht Durchs Dunkel irre. Auf der Fahrt machten wir noch einen kleinen Umweg, damit ich sehe, wo die Straße endete: am Petersdom.

Und hier sollte auch mein erster Tag anbrechen. Die Vermieter hatten mir ein niedliches Frühstück bereit gestellt und so trödelte ich vor mich hin bis ich im Vatikan bei St Pietro ankam, benannt nach dem Apostel Petrus, dessen Grabeskirche diese ist, und mich in eine lange Schlange einreihte. Ich war zwischen zwei Führungen gelandet und hatte so das Glück viele Informationen aufzuschnappen. Und mein Glück trug sich fort als ich St Pietro betrat, dieses u.a. von Michelangelo geplante baugeschichtliche Kunstwerk, und durch engelhaften Gesang direkt von einer kleinen Messe angezogen wurde, die abseits des Touristenstroms stattfand. Ich verstehe zwar kein Italienisch und bin auch nicht katholisch, doch ich kann ja meine eigenen Gebete sprechen, meine persönlichen und dann die für das Wohl der lieben Menschen, die so viel gutes tun und derer, die sich noch finden müssen, für die Erde mit allem Leben darauf, für den Schutz des Wandels, dem sie gerade unterliegt. Dankbarkeit auszusprechen dafür, dass ich leben und all die erleben darf, das ist mir wichtig. Und so in den heiligen Hallen Roms den Tag zu beginnen, ist eine schöne Erfahrung.

Mein Wasser füllte ich, wie in den folgenden Tagen, an den Brunnen auf, die man in ganz Rom verteilt findet. Über 2500 sollen es sein, Endpunkte mancher der elf antiken Aquädukte, und sie spenden Tag und nacht frisches Trinkwasser. Ein Genuss im Verhältnis zu dem stehenden Wasser aus der Supermarktflasche. Und für mich eine besondere Freude, da ich vor einiger Zeit im Zuge meiner Schwedenreise und der Rückbesinnung auf den umsichtigeren Umgang mit meinem Körper beschlossen hatte nach Möglichkeit aufbereitetem oder stehendem Wasser adé zu sagen und gutes Quell- und Brunnenwasser zu nutzen. Da ich ein intuitiver Mensch bin und daher auch ein Intuitiver Esser, also immer zu mir nehme, was der Körper verlangt, war es für mich eine interessante Beobachtung, dass er überhaupt begann nach Quellwasser zu verlangen und seitdem eine große Unlust gegenüber vor-abgefülltem Wasser zeigte. Nur logisch ist auch, dass das abgefüllte Wasser, das wir kaufen, einen wahnsinnigen Aufwand bereitet und zusätzlich Transportwege zurücklegt. Als umweltschonend kann man es also nicht betrachten sich im Supermarkt eine Kiste Wasser zu kaufen (womöglich noch in Plastikfalschen, die weder der Umwelt, noch unserer Gesundheit gut tun). Wenn du dich auch für Quellwasser aus deiner Nähe interessierst, helfen dir diese Webseiten deine nächste Quelle zu finden: Liste der Quellen in Deutschland, Quellensuche in der Nähe.


Roms Wege der Erkenntnis

Nur wo Du zu Fuß warst, bist Du auch wirklich gewesen.

Goethe

Im intuitiven Gehen lasse ich mich leiten und bewege mich nicht nach Plan, sondern wohin es mich zieht. Ichs schaue um diese und jene Ecke und entdecke dabei viel mehr als wenn ich es touristisch nach Plan angegangen wäre. An diesem Tag bin ich weit gelaufen, fast 25 Kilometer. Einen Teil der Strecke habe ich dir hier nachgezeichnet. Darin stecken natürlich nicht die ganzen Abzweigungen, die ich nahm, sondern die markantesten Punkte, an denen sich jeder in Rom orientieren kann.

Petersdom, Villa Borghese, Spanische Treppe, Trevi Brunnen, Piazza Venezia, Forum Romanum, Colosseum

Ich wandele gern dort, wo auch Goethe wandelte. Zu meinen Lieblingsorten gehören ja auch Weimar, wo Goethe sich ausbreitete, und Darmstadt, wo sich um ihn eine Gruppe der Empfindsamen bildete, mit denen er spazierte. Gewusst habe ich früher nicht, dass dies Goethes Orte waren, die auch ich mir intuitiv zu meinen Orten machte. Und auch in Rom führte mich mein intuitiver Spaziergang nach ein paar Stunden durch die Viale Goethe an der Villa Borghese. Ein Ort, der ihm natürlich gefallen haben musste. Der grüne Park mit seinen kleinen Herrenhäusern, die heute Galerien sind ist ein Rückzugsort aus dem Stadtgetümmel. Auf dem Weg dahin aß ich übrigens zufällig die beste Büffelmozzarella-Pizza meiner gesamten Reise in einem kleinen Imbiss namens Pizza e Natura als sie frisch aus dem Ofen kam.

Asklepios Tempelchen, Villa Borghese

Ich kam in den Park am kleinen Asklepios-Tempel, der von einem winzigen See umrundet wird, auf dem man Ruderboot fahren kann. Eine Hommage des 18 Jahrhunderts an die Antiken Tempel und natürlich an Asklepios, den Gott der Heilkunst. Ein ganzheitlich gedachten Ort, der sich ganz der Heilung nach antikem Vorbild widmet, ist dieser Park der Villa Borghese, was man daran erkennt, dass sich zu den Götterbeschwörungen für die Heilung auch viel Grün mit diversen Rückzugsorten bietet, Wasserinszenierungen (um den Gefühlsfluss in Ganz zu bringen) und Orte der Zerstreuung in Form eines Schauspielhauses (heute ein Kino) und der Bildung im Sinne des Guten, Wahren und Schönen in Form von Galerien finden. [Elemente, die ebenso allesamt in die Gründung meiner Heimatstadt Bad Oeynhausen einflossen, da auch diese nach Antikem Vorbild Heilung vermitteln sollte. Meinen Blogbeitrag dazu kannst du hier lesen.]

An diesen Orten geht mir durch den Kopf, wie selten sie geworden sind, wie wenig wir Menschen heutzutage noch vom guten Leben verstehen, das wahrlich ausgeglichen ist. Wir leben freiwillig in hektischen Städten und gehen einer hektischen Arbeit nach, um dann am Wochenende kurz ins Grün zu flüchten, wenn überhaupt. Dabei würde es doch so viel Sinn machen den Lebensmittelpunkt an einen Ort zu verlegen, der uns nicht aussaugt, sondern Kraft gibt. Selbst an diesem ersten Tag in Rom ist es mir schon eine Wohltat aus der Stadt hierher zu entfliehen und ein Mittagsschläfchen im Schatten der hohen Bäume zu machen, neben mir plätschert das Wasser eines Springbrunnens.

Als ich aufwache, habe ich Lust eine Galerie anzuschauen. Die Galleria Borghese, die ich wegen der Statue Apollo e Daphne gern besucht hätte, hält leider kein Ticket mehr für diesen Tag bereit. So führt mich mein Weg quer durch den Park, dieses mal in die entlegeneren, teils verwahrlosten Ecken bis ich dann doch vor dem wundervollen Museo Pietro Canonica stehe, das ich nie vergessen werde. Denn hier arbeitet Ninette (Foto s.u.), die ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht kenne, aber die mir an diesem Nachmittag viel Freude und wertvolle Kontakte schenken wird. Für das Museum braucht man kein Ticket, es funktioniert auf Spendenbasis. Im kleinen Innenhof mit seinem Brunnen suchen ein paar Besucher den Schatten. Einige der Skulpturen, Büsten Römischer Persönlichkeiten, die als Auftragsarbeiten entstanden, und ikonographische Plastiken, springen mir besonders ins Auge und strahlen in der nahen Betrachtung tatsächlich so viel Persönlichkeit aus, dass ich ganz andächtig werde. 

Auf meinem Weg aus der Ausstellung heraus spricht mich Ninette an und sagt ich würde wie ein sehr netter Mensch aussehen. Sie bietet mit den Platz neben ihr an und fragt mich aus, was ich tue, was erstaunlicherweise dazu führte, dass jetzt ein paar Flyer, die ich noch in der Tasche mit mir trug, im Canonica Museum in Rom liegen. Ninette und ich sprachen über die Verbundenheit von allem und den Sinn hinter den Dingen und sie zeigte mir eine besondere Kette, die sie von einem Freund aus dem magischen Glastonbury geschenkt bekommen hatte. Dann schrieb sie mir viele Namen und Telefonnummern auf aus ihrem Bekanntenkreis, die ich doch unbedingt mal kennenlernen sollte und noch ein paar Geheimtipps für Rom, darunter auch ein Garten, der nur selten Besucher empfängt.

Mein Weg führte mich vorbei an der Villa Medici in die Trinita dei Monti, der Kirche der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, und dann die spanische Treppe hinunter. In Rom wartet hinter jeder Ecke eine Besonderheit und so zog es mich von einer Straße in die nächste bis ich vor dem Trevi-Brunnen stand. In den warf ich natürlich eine Münze, um wiederzukehren. Wie schnell ich wiederkehren würde, war mir an diesem Tag noch nicht bewusst.

Irgendwann stand ich auf der Piazza Venezia. Dahinter gleich das Kolosseum und das Forum Romanum. An diesem Tag war ich zu müde diese Orte tiefgreifender aufzusuchen und so spazierte ich nur daran vorbei, um mir einen Überblick zu verschaffen. Weiter unten kannst du mehr über meinen Besuch der Kraftorte des Forum Romanum lesen. Wer diese Strecke zu Fuß zurück legt in der Sommerhitze, kann sich vorstellen, wie müde ich am Abend war. Erfüllt müde.


Life Change?

Am darauffolgenden Tag wollte ich meinen Mietwagen abholen, um nach Neapel aufzubrechen. Meine Unterkunft auf dem Land erwartete mich und ich würde 3 Tage in einem Naturreservat verbringen. Dass ich mich mit dem verrückten Stadtverkehr Roms konfrontiert sehen würde (in dem ich nicht ein Auto ohne größere Kratzer und Beulen gesehen hatte), machte mich nicht besonders nervös, ich hatte Lust auf die Erfahrung. Dass ich mich irgendwie aus der Stadt bis auf die Via Pontia navigieren musste, ok. Selbst ist die Frau und ein wenig mehr Abenteuer war schon noch drin, jetzt wo ich einen Haken daran setzen konnte heil in Rom angekommen, meine Unterkunft gefunden und die Stadt zu Fuß erkundet zu haben.

Auf dem Weg zur Autovermietung wechselte ich die Busse und es wurde so heiß, dass ich trotz meiner Ablehnung dem Wasserflaschenkauf gegenüber doch einen Minimarkt an der Via di Torre Argentina betrat. Als ich den Kühlschrank öffnete, rief mir der gut gelaunte Verkäufer entgegen: This water is life-changing! In Anbetracht der Hitze war das eine berechtigte Aussage und wir lachten, aber es war ein Unterton in seiner Stimme und ein Funkeln in den Augen, das aus einem Indiana Jones Film hätte stammen können. Und als hätte das Leben mich etwas gefragt und ich sei noch eine Antwort schuldig, antwortete ich Wonderful, I'll take the life change! Und schon als ich es aussprach dachte ich Oje, dann kann ich ja gespannt sein, was nun geschieht... Es hätte mich nicht gewundert, wenn der Minimarkt sich in Luft aufgelöst hätte nachdem ich ihn verließ. Beim Wiederkehren an einem anderen Tag war der Verkäufer jedenfalls nicht mehr da.

Die Autovermietung war im Hauptbahnhof, dem Termini angesiedelt. Ich reihte mich wieder in eine Schlange aus fünf italienischen Parteien ein, die an zwei Schaltern bedient wurden. Etwas verwunderlich war, dass die Schlange sich nicht veränderte, stattdessen fingen die Leute irgendwann an zu diskutieren, auf eine Weise, die sogar für Italiener sehr aufbrausend und untypisch ärgerlich wirkte. Niemand schien voranzukommen. Die Leute sahen enttäuscht aus, zückten ihre Telefone, riefen irgendjemanden an, gestikulierten wild, gingen an den Schalter zurück, diskutierten wieder, sahen immer enttäuschter aus, entfernten sich vom Schalter.

Es dauerte eine Stunde bis ich an der Reihe war. Die logische Folge des ganzen Debakels war, dass ich genau so unzufrieden am Schalter stand, wie die Italiener und diskutierte. Mein Problem war das gleiche wie das meiner Vorgänger: die Station forderte Extrazahlungen, die fadenscheinig begründet wurden und den Eindruck erweckten, man könne sich bei Rückgabe nicht sicher sein, ob man nicht auch ohne Unfall belangt würde. Ich zog mich 5 Minuten vom Schalter zurück und musste überlegen, was ich nun will. Einen Mietwagen und im Hinterkopf den Stress oder einfach alles absagen und weiter Rom erkunden.

Wenn an meinen ursprünglichen Plänen gerüttelt wird, fällt es mir manchmal schwer schnell einen klaren neuen Willen zu entwickeln, doch hier ging es. So machte ich auf der Verse kehrt, verschob meine Reise ins Reservat auf andere Ferien und rief meine römischen Vermieter an, die sich anscheinend freuten, mich so schnell wiederzusehen und mir einen für Rom und für diese Wohnung unfassbar kleinen Freundschaftspreis anboten. Ich würde also mehr von der ewigen Stadt sehen können. Welche Form von Life Change auch immer Rom mir bringen wollte, er sollte hier beginnen. Ich hatte es ja so gewollt.

Mein Lieblingsort in Rom: Die Villa Doria Pamphilj

Auf der Karte hatte ich einen großen Park entdeckt, der mich anzog: die Gärten der Villa Pamphilj. An Hauptstraßen ohne Fußgängerwege mogelte ich mich bis zum Eingang, nicht aussah wie ein offizieller Zugang zu einem schönen Stadtpark, sondern eher wie eine Hintertür zu einem verlassenen Bauernhof. Umso spannender! So bald ich den Park betrat, großes Aufatmen. Vor mir erstreckte sich endlich eine Weite, die ich in der Stadt nicht hatte. Die Landschaft war nur hier und da unterbrochen von kleinen Springbrunnen und Skulpturen, die Idylle vermittelten. Wo die Villa stehen sollte, wusste ich nicht.

Historische Ansicht der Gärten der Villa Pamphilj

Ich durchschritt mediterrane Felder immer der Anziehung nach. Auf meinem Weg begegneten mir ausschließlich Jogger. In Rom ist es sehr beliebt in der Mittagshitze bei 45° zu laufen habe ich gelernt. In meinem langen, wallenden Kleid fiel ich also etwas aus der Reihe, doch das ist ja nichts Neues. Dafür fühlte ich mich umso wohler in dieser arkadischen Landschaft, die alle Sinne und die Sinnlichkeit anregt. Bei diesen Begriffen kam mir Jane Austens Sinn und Sinnlichkeit in den Sinn und schnell wurde klar, dass mich Rom vor einen Ausflug in die Weiblichkeit und in den Genuss stellte.

Ich war der richtigen Fährte gefolgt und stand nach kurzer Zeit or der Villa Pamphilj. Gestaltet ist der zentrale garten wie der eines Lustschlösschens. Mit Labyrinth auf dem Haupttrakt, das in einen Garten mit aufwendig gestalteten Grotten, Wasserfällen und Springbrunnen mündet. Überall versteckte Ruheplätze. Der Ort regt ohne Zweifel die Phantasie an und besitzt eine Aura des tiefen Genusses. Nicht umsonst ist er heute als beliebter Ausflugsort für Liebespaare bekannt.

Mediterrane Landschaft um die Villa Pamphilj
Villa Pamphilj

Man möchte sich hier ins Gras legen, die Zeit vorbeiziehen lassen, dem Zirpen der Grillen zuhören, baden gehen. Leider sind die Wasserspiele mittlerweile leergepumpt. Nur der versteckte Wasserfall plätscherte und lud mich ein meine Füße zu baden. Jedes Eintauchen der Zehen löste ein Lichtspiel auf dem Wasser aus, wenn die Sonne von den kleinen Wellen fortgetragen wurde. Ein paar Eidechsen bewegten sich in meiner Nähe, nach einer Zeit kam ein kleiner Vogel, der mir beim Baden zusah und irgendwann ein Hund, der mit mir im Wasser stand und mich lange anschaute, auch dann noch als sein Herrchen aus der Ferne wiederholt rief.

Ich sang eine Melodie, die mir in den Sinn kam und spürte irgendwann, wie mein Dasein für einen der vorbeilaufenden Jogger eine Irritation auslösen müsste als würde er plötzlich eine Nymphe an der Quelle sehen. Von weitem bemerkte ich eine Frau, die ungläubig in meine Richtung starrte und ihr Handy zückte als sei es ein Postkartenmotiv und ich fragte mich, warum wir nicht alle öfter die Vorstellung umarmen, dass wir, allein durch das Wunder des Lebens, uns gegenseitig als magische Wesen betrachten könnten, die selbstverständlich an Quellen und Wasserfällen, auf Bäumen und in Höhlen sitzen und dort in Kontakt mit unserer Natur, mit unseren tiefsten Empfindungen kommen.

Vielleicht müssen wir uns dafür mit unserer intuitiven Seite verbinden? Mit unserer Lust? Mit unserem Vertrauen? Selbstbewusst, also uns unserer selbst bewusst werden. Und zulassen alles zu sein. Uns selbst nicht in Schubladen einordnen und uns trotzdem nicht zu verlieren. Heutzutage haben wir Angst davor nicht einzigartig zu sein, aber wir haben auch Angst davor zu unangepasst oder zu angreifbar zu sein. Doch große Geister sind nicht gewachsen, weil sie sich limitiert haben. Große Geister wachsen durch Neugier und Offenheit und den Willen zur Selbsterfahrung auf allen Ebenen.

Ich bin sehr greifbar. Für Menschen, die mir mir auf einer Wellenlänge sind. Alle anderen hole ich ab, wenn ich möchte. Ich kenne vielleicht nicht viele, aber ein paar Menschen, die mich skeptisch oder mit Ablehnung betrachten und ich denke das dürfen sie auch, wenn sie es so brauchen. Lehnt man einen Menschen ab, spricht daraus nichts anderes als die ablehnende Haltung sich selbst gegenüber. Das Äußere ist doch immer nur ein Spiegel des inneren.

Mir waren an diesem Ort die Tiere ein Spiegel des Friedens der hier herrschte, wo ich noch tieferen Frieden mit meinem magischen Ich schloss und mit der darin ruhenden weiblichen Energie. Ich hatte Lust Blumen zu pflücken und mit der Hand was zum Trinken aus den Quellen zu schöpfen, jedem auf meinem Weg mit einem Lächeln zu begegnen. Und ich wünschte mir am Wasserfall, dass die Menschen diesen Ort mit der gleichen Leidenschaft und Freude erleben dürften wie ich und sich ebenso in den Genuss brächten ihre Füße zu baden und dazu zu singen. Mir ist es nicht fremd das zu tun. Und ich sehe im Gesicht der Menschen, die vorbeilaufen die Lust es mir gleich zu tun. Und wenn ich mich darüber unterhalte, dann bestätigt sich diese Vermutung.

Hier war ich bewegt vom Feinen und Leichtfüßigen, vielleicht von meinem feen- oder nymphenhaftesten femininen Anteil. Doch ist das Weiblichkeit? Nein, Weiblichkeit ist viel mehr. Ich lebe in einer Zeit, in der eine Frau nicht mehr einem Bild entsprechen muss. In mir liegen auch Tatkraft, Standhaftigkeit, Wille, Herzensgüte, Wildheit, Magie, Weisheit, viele Facetten. Männliche Anteile natürlich auch, denn in unserer Welt der Polaritäten schlummern in uns alle die weiblichen und männlichen Anteile.

Ich lebe in einer Zeit, in der es nicht leicht ist zu definieren, was Weiblichkeit und was Männlichkeit bedeuten. Das wurde mir auch kürzlich durch ein Referat meiner Schülerinnen klar, die uns über den aktuellen Stand der Gender Studies aufklärten und zu mehr Toleranz aufriefen. Wir können männlich und weiblich nicht mehr durch körperliche Merkmale, nicht durch Interessen und auch nicht dadurch definieren, wovon wir uns angezogen fühlen. Doch vielleicht ist das, was uns anzieht und wofür wir uns begeistern, ebenso wie das, wovor wir uns fürchten, die beste Spiegelung für uns zu erkennen, was wir in uns selbst erwecken wollen. Vielleicht ist die Auflösung der Rollen somit ein Auflösen des Schubladendenkens uns selbst gegenüber, mit dem wir uns beschränkt haben aus Angst davor alles zu sein, facettenreich zu sein, die Pole vereint zu haben. Was macht es mit mir meine urweiblichen und urmännlichen Anteile anzunehmen? Anteile, dir wir uns vorstellen können wir frühere Leben, tiefe Räume der Erfahrung, die ins uns liegen, bereit aktiviert zu werden.

Ich nehme mir den Mut mich zu aktivieren. Ich nehme mir die Freiheit derjenigen Facette den Vortritt zu lassen, die ich an einem Tag tatsächlich brauche, weil sie mich in meine Kraft bringt. Bewunderung, Dankbarkeit und Freude gegenüber dieser Facette zu empfinden. Mich verunsichert das nicht mehr, im Gegenteil, ich bin frei. Frei ich zu sein. Heute mehr so, morgen mehr so, aber immer ich. Niemand muss mir eine Erlaubnis dafür erteilen, die habe ich mir selbst gegeben.

Also erkläre ich mich hier und heute mit der Aufgabe einverstanden diese Offenheit für mich selbst zu pflegen, meine Natur und die Natur der Welt, die archaische Wildheit, die feine Magie und die eigenen Wünsche zu leben und in die Welt zu tragen. Den Mut und die Neugier zur Offenheit sich selbst zu erleben weiterzutragen. Hier und da muss ja immer einer anfangen, damit andere es sich auch erlauben.

Am Ende meines Spaziergangs komme ich an einer wundervollen und vollkommenen Teichlandschaft an, mit weiteren Wasserfällen und treffe auf die alten Weisen: Schildkröten. Als die kleinen auf mich zu schwimmen, spüre ich in mir eine Respektvolle Ehrfurcht gegenüber diesen stillen Kreaturen. Ich bitte ich sie darum mir auf meiner Reise auch eine gute Weisheit mitzugeben. Die Schildkröten heben und senken die Köpfe und betrachten mich mit der gleichen Neugier wie ich sie. Ja, alles in der Welt sollte sich auf Augenhöhe begegnen, denke ich. Die Tiere wissen das. Es wird Zeit, dass wir Menschen es auch wissen. Erst auf Augenhöhe mutig unserem eigenen Ich begegnen, dann anderen mit Mitgefühl. Ich wünsche mir die Kraft in tiefer Verbindung mit meinen Facetten zu stehen und sie mutig zu leben, alles ins Tageslicht zu transformieren, was heute noch in mir verborgen ist. Mut zu allen Veränderungen zu haben und geben zu können. Als Mensch und auch in meiner Berufung als Muse ist es für mich von größter Bedeutung mich bis in die tiefsten Tiefen zu verstehen, Blockaden zu lösen, an meine Urkräfte zu gelangen, denn nur so kann ich frei arbeiten und diese Impulse der Befreiung weitergeben. Warum habe ich das nich schon immer getan? Alte Muster. Doch diese Denk- und Verhaltensmuster lasse ich hier, sie wollen abgelegt werden. Mit Liebe betrachtet und transformiert werden, ins Urvertrauen finden, in die Urkräfte. Da war er wieder, der Life Change.

Am Abend schaute ich mir noch eine Kartenlegung von einem befreundeten Filmemacher aus Kalifornien an, der wie so viele Menschen, die ich kenne, in den vergangenen Jahre einen spirituellen Weg eingeschlagen hat und positive Impulse weitergibt. Nun legt er jeden Dienstag die Karten der Wochenenergien aus, die uns durch die Sterne erreichen, d.h. welches Thema beschäftigt uns diese Woche besonders, jeden auf seine Weise. Ich lachte als er die Karten umdrehte und erzählte "Diese Woche ist dazu da sich über die innere Weiblichkeit klar zu werden. Was sie für uns bedeutet. Tief in uns zu gehen. Unsere männlichen und weibliche Anteile zu verbinden. Unsere Kraft zu spüren."

There is nothing noble in being superior to your fellow man; true nobility is being superior to your former self.

Hemingway
Villa Pamphilij Spaziergang

Kraftorte des Forum Romanum

Kraftorte nennt man Plätze, die eine besondere Energie ausstrahlen, Knotenpunkte der Welt sind, heilende oder andere magische Wirkungen haben.Das Forum Romanum ist voll davon. Vor meiner Reise hatte ich mich nicht über die Kraftplätze Roms informiert, ich suche nicht danach. Diese Orte ziehen mich auch von allein an.

An meinem letzten Tag in Rom hatte ich nur den Vormittag Zeit mich in der Stadt zu bewegen. Ich hatte mir keinen Plan gemacht, wollte nur frühstücken und eigentlich noch das antike Café Greco besuchen. Doch nach dem Duschen hatte ich die spontane Eingebung doch einmal das Stichwort Kraftorte Rom zu googeln. Und ich stieß auf einen besonderen Punkt im Forum Romanum. Bei genauerer Durchsicht fand ich heraus, dass er exakt zu meinem Transformationsthema passte. BÄM. Letzte magische Station gefunden.

Es wunderte mich nicht, dass mich dieser Ort noch erwartete. Das Forum Romanum war mir während der Reise sowieso nicht aus dem Kopf gegangen. Schon während ich daran am ersten Tag vorbei lief, spürte ich den inneren Ruf und sehnte ich mich danach durch die Tempelanlage zu schreiten und Entdeckungen zu machen bis oben auf den Hügel der Villa Belvedere. Ich wusste wenig bis gar nichts über das Forum. Es zog mich einfach nur an. Am letzten Morgen packte es mich dann und obwohl ich nur eine Stunde dort würde verbringen können bis ich den Bus zum Flughafen nehmen müsste, und ich wusste man sollte hier eigentlich einen ganzen Tag verbringen, war die Entscheidung schon gefallen.

Ich suchte einige Zeit nach dem Ticketschalter und erhielt nur ein höherpreisiges Kombinationsticket für das Forum Romanum und das Kolosseum. Am Eingang zum Forum stoppte mich dann die Kontrolleurin: "Sie müssen jetzt erst ins Kolosseum gehen, ihre Führung beginnt um 10:30! Danach haben sie mit der Karte keinen Eintritt mehr." "Ich will aber gar nicht ins Kolosseum," sagte ich. Irritierte Blicke, fast wütend war sie auf mich. Ich wollte ihr nicht das Gefühl geben ich sei uninteressiert an Roms Schätzen und sagte "Wissen sie, ich muss einen besonderen Ort aufsuchen. Und dafür habe ich nur eine Stunde Zeit." Sie schaute mich immer noch an als wäre ich die erste Person, die das je zu ihr gesagt hätte. Und vielleicht war ich es auch, dachte ich, wer kommt sonst hierher mit nur einer Stunde Zeit und mit dem Wunsch nur eine bestimmte Sache zu sehen. Typisch Philo hätten meine Freunde gesagt.

Noch irritierter muss die Dame gewesen sein als sie sah, wo ich stehen blieb. Vor dem Umbilicus Urbis. Oder für alle Leute, die an mir vorbeispiazierten eher der olle Steinhaufen in der Ecke. Von außen ein völlig unscheinbares Steinhüttchen von der Größe eines Pizzaofens. Das Informationsschild daneben nicht gerade informativ. Dabei stand ich vor dem Mittelpunkt Roms. Der Umbilicus Urbis ist der Nabel Roms. Um den Omphalus (Nabelstein), geschützt durch den heiligen Schrein, wurde hier die Stadt errichtet. Das schreibt Plutarch zur Gründung:

Nachdem Romulus den Remus […] begraben hatte, gründete er die Stadt, wozu er aus Etruria Männer kommen ließ, die nach gewissen heiligen Regeln und Aufzeichnungen zu allem die Anweisung und Anleitung gaben, wie bei Mysterien. Es wurde nämlich auf dem jetzigen Comitium eine runde Grube ausgehoben und Erstlinge von allem, was man der Sitte nach als gut und der Natur nach als notwendig in Gebrauch hatte, hineingelegt. Zuletzt brachte jeder eine Handvoll Erde aus dem Lande, woher er gekommen war, und warf sie darauf, und dann mischte man alles. Diese Grube benennen sie mit demselben Wort wie das Weltall: mundus. Hierauf beschrieb man um sie wie um das Zentrum eines Kreises die Stadtgrenze.“

Plutarch: Das Leben des Romulus, 11, 1–2

Der Mundus symbolisiert die Stelle, an der sich Oberwelt und Unterwelt berühren, also die Erdkräfte und die Himmelskräfte, das Unterbewusste und das Spirituelle. Wenn ein Besuch in Rom, dann doch an diesen magischen Steinhaufen der Weltgeschichte! Wenn man seine Kräfte sammeln möchte für jedweden Neubeginn, dann hier, natürlich!

Mir war es die richtige Stelle für eine Danksagung zu solch wundervollen Orten geführt zu werden und für die Bitte darum auch die Kräfte meines Inneren und aus der Erdmitte mit dem Hier und Jetzt, und den himmlischen Kräften, dem höheren Willen verbinden zu können. Aus der Tiefe Erkenntnisse zu bekommen und die Schwelle zum nächsten Lebensabschnitt und höheren Erkenntnissen freizugeben. In meiner Kraft zu stehen für alles, was ich gründen möchte. Bewusst und kraftvoll im Hier und Jetzt zu leben.

Der Umbilicus Urbis ist natürlich auch nicht umgeben von irgendwelchen Tempeln. Direkt neben ihm ruht das Volcanal, der Altar des Feuer- und Schmiedegottes Vulcanus. Es ist ja nur logisch, dass der Nabelpunkt mit seiner Verbindung zum Erdinneren dem Gott des Erdinneren zugehörig ist. Auch wird diskutiert, ob der Altar dem Gott Saturnus, also unserem Planeten Saturn gewidmet war. Später wurde dahinter der Tempel des Saturn errichtet. Saturn gilt als der Hüter der Schwelle (zu höheren Ebenen). An diesem Fleckchen Erde in Rom sind also tatsächlich die drei Ebenen des Erdinneren (Feuerkraft), der Oberfläche (Erdkraft) und des Höheren (Luft, Kosmos) vertreten.

Ein englisches Besucherpaar hielt neben mir an und wunderte sich, warum ich mir den Steinhaufen so genau beschaute. Als ich ihnen erklärte vor welchem Punkt Roms sie gerade stehen, freuten sie sich wie Kinder und staunten.

Das letzte Element, das Wasser, das für den Gefühlsausgleich und den "Flow" steht, fehlt in dieser Kombination der Kräfte an diesem Ort auch nicht, wenn wir bedenken, dass Rom von seinen Brunnen durchzogen ist.

In der Tempelanlage der Vestalinnen kommt dies wunderbar zum Tragen. Hier ist in die Mitte des Tempels eine Teichanlage eingearbeitet, da hier das heilige Herdfeuer der Vesta brannte. An diesem Ort fand auch alles zusammen, was das Thema Weiblichkeit betraf. Die Urkräfte des Feuers. Die ausgleichenden Kräfte des Wassers. Die Vestalinnen als intuitive Priesterinnen, deren Prophezeiungen von den Kaisern geliebt wie gefürchtet waren. Inmitten dieser Stadt Rom, die immer (scheinbar) männerdominiert war, muss ich an Beyoncés Song Run the World denken, in dem sie singt Who run the world? Girls! Wir erleben gerade das Ende eines Patriarchats. Frauen erobern sich ihre Kraft zurück. Doch es ist nicht notwendig das Matriarchat anzustreben, sondern stattdessen den Ausgleich der Kräfte zu bewirken. Das Männliche und das Weibliche als zwei gleichwertige Pole anzunehmen, die sich ausgleichen sollen. Ist einer der Pole kräftiger, entsteht ein Ungleichgewicht, dass Spannung erzeugt und nach Kompensation schreit. Egal ob in der Welt oder in uns, in unserem inneren Ausgleich von männlicher und weiblicher Energie.

Die Kraft der Intuition ist eine Kraft, die in jedem Menschen ruht, das merke ich in meiner musischen Arbeit immer wieder durch die Menschen, die mich aufsuchen. Doch Frauen haben zur Intuition einen besonderen Zugang, nenne es Antennen, Feinfühligkeit. Eine Frau, die ihre Urkräfte entdeckt, d.h. geerdet ist, und gleichzeitig ihre Antennen ausgefahren hat, ist nicht aufzuhalten. Das möchte ich leben und dafür möchte ich auch stehen.

All das liegt in uns. Doch in unser Bewusstsein und damit an die spürbare und sichtbare Oberfläche tritt nur, was wir willentlich hervorholen, wenn die Zeit dafür reif ist und wir die nächste Ebene meistern sollen.

Mehr über meinen Besuch am Tempel der Vestalinnen kannst du in diesem Sonderbeitrag lesen.


Das Leben feiern

Eis bei Giolitti, Pantheon, Ausgehen in Travestere, Campo de Fiori & Piazza Navona, Engelsmusik an der Engelsburg

Natürlich in ich auch ausgegangen in Rom. Ich traf unter anderem Ninettes Kontakt Jennifer, die mich zu Roms bester Eisdiele führte und ins Trastevere-Viertel. Ich selbst war in den Tagen davor schon am Campo de Fiori und an der Piazza Navona gewesen, wobei ich die Seitenstraßen dem lauten und musikbeschallten Getümmel an den großen Platz bevorzuge und mich dort nicht lange aufgehalten habe. Unten auf der Karte seht ihr einen kleinen Gang durch den Abend. Leider habe ich es verpasst das antike Café Greco zu besuchen, in welchem schon Goethe verweilte.

Auf meinem letzten Gang durch die Stadt spielte dann an der Engelsburg eine Dame engelhaft Harfe. In der Nähe meiner Unterkunft kehrte ich noch in dem modernen Café ein, das ich täglich besucht hatte und es spielte gerade Live-Musik, die mich an Kalifornien erinnerte. Sowieso erinnerten mich in Rom das Wetter, die Vegetation und viele Gerüche an Kalifornien, wie ich es liebe und ich war glücklich, dass in diesem Moment die Welten und so viele schöne Erinnerungen verschmolzen. Der Sänger der Band wurde plötzlich abgelöst von einem Gast, einer Frau, die auch unbedingt etwas für uns singen wollte und eroberte sich den Platz auf der Bühne. Es war schön, wie sich auch hier die männliche und weibliche Energie abwechselten. Ihre Lieder waren an dem Abend ihrer Wertschätzung gegenüber Frauen, oder ihrer Liebe zu Frauen gewidmet.

Ich konnte sie verstehen, ich nahm für mich aus dieser Reise eine tiefe Verbundenheit mit der Weiblichkeit mit und eine neue Bewunderung, wie fantastisch wir Frauen sind, und wie vielseitig, wenn wir alle Facetten leben. Noch vielseitiger, wenn wir beide Pole zusammenfließen lassen. Erst das macht uns wirklich kraftvoll und lebendig. Doch erwecken können wir die Lebendigkeit in uns nur selbst.

Alles war eins während Rom mich so verabschiedete, wie es mich begrüßt hatte, mit himmlischer Musik. Und als ich das Café verließ, las ich zum ersten Mal den Namen an der Tür: Caffe Grecco, Enjoy. Ich war nur aus der Vergangenheit ins Hier und Jetzt übergesiedelt - um es zu genießen.

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2 comments on “[Intuitives Reisen] Roms Wege der Erkenntnis (Großer Artikel)”

  1. Hallo Philomena!
    Herzlichen Dank für diesen wunderbar geschriebenen Blog. Ich habe ihn jetzt mehrmals gelesen und ich hätte große Lust eine ähnliche Tour durch Rom zu machen. Vor allem Deine indivuduellen intensiven und intimen Eindrücke der einzelnen Stationen Rom hat mir sehr gut gefallen und mich neugierig gemacht. Der Text würde wohl jedem (Kunst-) Reiseführer gut stehen, da er so kenntnisreich und lebendig zu lesen ist.
    Auf einem T-Shirt einer Frau in der U-Bahn habe ich heute gelesen:
    "Zahme Vögel singen von Freiheit - freie Vögel fliegen"
    In diesem Sinne, weiterhin viel Energie und Stärke und bleib Deinem Weg treu!
    Liebe Grüße
    Michael

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