DIE KLEINE MINNA feiert 3-jähriges Jubiläum. Ich bin der Natur dankbar, dass diese Bücher existieren dürfen. Und Minnas Wachstum feiere ich, indem ich der Natur Wachstum zurück gebe:


Für jedes bis Ende August bestellte Buch lasse ich über die Plattform Plant-for-the-Planet 3 Bäume pflanzen.

DIE KLEINE MINNA WIRD 3 JAHRE ALT. ZEIT ZURÜCK ZU SCHAUEN IN DANKBARKEIT.

Hier möchte ich dir von meinem Weg zum Buch erzählen. Zum selbst produzierten Buch. Es war ein weiter Weg, auf den ich auch Jahre später noch gern zurück blicke, denn ich durfte dabei so viel lernen und am Ende etwas in den Händen halten, das ein Ausdruck einer langen Schaffensperiode war.

Ich liebe Bücher, die das Kind als Leser ernst nehmen und die Phantastie anregen, die uns helfen zu reflektieren, zu wachsen und unser Herz öffnen. Besonders jedoch liebe ich die Kinderbücher, die man auch als Erwachsener noch liest, weil sie auf so vielen Ebenen zu uns sprechen und der Geschichte eine Herzenswahrheit innewohnt, die ihre Gültigkeit nie verliert.

Eines Tages waren da nicht mehr viele Bücher in den gängigen Buchläden mehr, die ich sammeln wollte (heute ist schon wieder viel mehr vorhanden und ich freue mich!). Was ich suchte, fand ich nur in Antiquariaten. Handillustrierte und handgemachte Sammlerstücke auf natürlichem Papier und mit natürlichem Einband, mit großem Aufwand produziert, aus denen die Liebe zur Geschichte ebenso wie die Liebe zum Leser spricht.

Ein paar Jahre zuvor fand sich die Geschichte der kleinen Minna in meinem Kopf, ein Märchen, das mit mir über die Jahre wuchs und von dem ich immer wieder ein paar Zeilen aufschrieb. Daraus wollte ich ein Buch machen, das für Kinder war, aber auch für mich als großen Mensch, eins, das beide lesen können, auch gemeinsam, nur vielleicht auf unterschiedlichen Verständnisebenen. Aber wie macht man ein Buch? Ich hatte keine Ahnung! Als Kind hatte ich mal ein paar lose Seiten zusammengebunden. Aber das war nicht meine Vorstellung von dem, was hier entstehen sollte. Und wer könnte mir helfen?

Als ich 2011 für kurze Zeit nach Los Angeles zog, lernte ich die Illustratorin Anna Takahashi kennen. Sie äußerte den Wunsch, eines Tages ein Kinderbuch zu illustrieren und so fanden wir zusammen. Anna konnte sich gleich in die Welt der kleinen Minna einfühlen und erweckte sie auch visuell zum Leben. Wenn du dir die Illustrationen ansiehst, wirst du darin ganz viele japanische, deutsche und kalifornische Einflüsse finden. Ich wusste dies war meine Chance ein Buch zu erschaffen, wie ich es selbst gern sammle oder verschenke: Ein ganzheitlich gedachtes, mit Liebe gefertigtes Sammlerstück, das sagt "Ich wurde gemacht, damit du die größtmögliche Freude an mir hast!".

Wer mich kennt, weiß, dass ich sehr stur bin und wenn ich mir einmal etwas in den Kopf gesetzt habe, will ich es auch genau so und nicht anders. Mein höchstes Ziel dabei ist es immer die Essenz einer Sache (hier dem Buch) oder in meinen Musings die Essenz eines Menschen sichtbar zu machen, sodass dieser Kern nach außen strahlt, gelebt wird, gesehen und zelebriert wird.

Für die kleine Minna musste das natürlich auch geschehen und einer Geschichte, die 8 Jahre gebraucht hatte (2008-2016) um geschrieben und fertig illustriert zu werden, gebührte auch die dementsprechende Sorgfalt und Mühe, was die handfeste Gestaltung anging. Die Geschichte spielt in der Natur und für mich musste die Farbe des Einbands Grün sein (zumindest der der ersten Ausgabe, falls es mal eine zweite Ausgabe gibt, steht ihre Farbe ebenfalls bereits fest). Aber kein sattes Grün, sondern ein leichtfüßiges, leises, so wie die Schritte der kleinen Minna. Und ich wollte sie leuchten lassen, weshalb sie heute in Gold auf den Leineneinband geprägt ist. Es sollte eine Überraschung werden, wie für sie der Sommer (ihre Lebensenergie) aussieht, wenn sie ihn findet, also versteckten wir ihn hinter einer Klappseite. Und da es auch eine traurige Seite im Buch gibt, auf der der Tod durch den Krieg veranschaulicht wird, hüllten wir die Illustration hinter einer halbtransparenten blauen Folie ein. Ein besonderer Grußwunsch an den Leser ziert nach einem Sternbild die ersten Seiten des Buches. Die innere Rückwand trägt - für die, die genau hinschauen - ein Zitat, das mir während der Fertigungszeit oft gegenwärtig war und das seinen Platz im Buch finden wollte:

Der Mensch muss den Innenraum erobern, so wie die Astronauten den Weltraum erobern.

Joseph Beuys

Ist das nicht der Grund, warum Autoren schreiben: Um sich ihren Innenraum (zurück) zu erobern? Und um dann den Innenraum anderer Menschen anzusprechen, Impulse zu senden, Verbindungen entstehen zu lassen zwischen dem eigenen Erlebten (oder Unterbewussten) und dem Außen, um zu spüren, dass alles miteinander verbunden ist? Wenn ich etwas Scheibe, dann niemals ohne Grund. Es kommt aus mir heraus, aus immer neuen Tiefen. Ich entdecke die Tiefe meines Wesens dadurch, lasse meine Anteile aufleben, lasse meine Facetten teil des Hier und Jetzt werden. Das versetzt mich auch mit jedem Schritt in die Kraft anderen auch sanft die Tiefe ihres Wesens begreiflich zu machen und die Angst vor diesen Schritten zu nehmen.

Die kleine Minna ist 2016 als liebevoll gebundene Collectors’ Edition auf Deutsch und Englisch erscheinen. Den Selbstverlag taufte ich Liebe zum Mut, denn das ist auch eine der Bedeutungen meines Vornamens Philomena und schließlich ist es die Liebe zum Mut gewesen, die notwendig war, um dieses Unterfangen zu meistern. Ich musste ganz schön viele innere und äußere Hürden nehmen, denn ich hatte ja noch nie selbst ein Buch veröffentlicht!

"Die kleine Minna" oder auch "Small Minna" (Eng.) kann man übrigens in jeder Buchhandlung bestellen und signierte Exemplare sind in meinem Onlineshop erhältlich.

Die Produktion

Wir haben sie in Leipzig produzieren lassen anstatt eine günstige Produktion aus z.B. China zu wählen. Ebenso haben wir auf die Umwelt geachtet in Bezug auf das ausgewählte Naturpapier. Ein ganzheitlich gedachten Werk war unser Ziel. Es war ein weiter Weg, den nich mit der Unterstützung toller Menschen gehen konnte. Mit meinen Lektoren, Gestaltern und dem kleinen Medienteam. Durch die Gestaltung über die Kickstarter-Kampagne bis zur Produktion haben so viele Köpfe geraucht (und wahnsinnig viel Geld gekostet hat es auch, aber wir wollten ja eben ein Kunstbuch produzieren und besonders ich wollte, dickköpfig wie ich bin, 0 Kompromisse eingehen 🙂 Schließlich wollte ich ja auch wissen, wie es einem Herausgeber geht, der eine Buchauflage produziert, was die Hürden sind, was die Kosten, die auf den Verleger zukommen. Ich wollte wissen, warum von den großen Verlagen die Entscheidung getroffen wurde Bücher auf eine einheitliche Weise zu produzieren, mit simplen Hochglanz-Einbänden und ohne sonstige Schönheiten. Heute verstehe ich die finanziellen Aspekte der Verlage, doch in mir schlägt das Herz weiterhin dafür so zu verfahren, wie das Herz es gebietet.

Und man kann sich schwer vorstellen, was für ein Gefühl es war als der LKW mit der Ladung Bücher vor meine Tür fuhr. Ich war so aufgeregt zu sehen, ob alles geklappt hatte (natürlich hatte ich vorher ein Probe-Exemplar bekommen). Und ich war so stolz die vielen Bücherkisten ins Haus zu schleppen!

Subversive Bücher

Ich lernte einmal jemanden aus der Luft- und Raumfahrt kennen, der sagte er liebe besonders subversive Bücher. Also Bücher, die uns zum Umdenken anregen, unsere alten Gedankenmuster sprengen. Ich hatte vorher darüber nicht nachgedacht, aber genau das ist das Thema der kleinen Minna: Die eigenen Gedankenmuster zu sprengen, die uns davon abhalten Ängste zu überwinden, zu wachsen und unsere Kraft aus uns selbst zu schöpfen! Es ist ein Buch der mutigen Selbsterkenntnis und des Erwachsenwerdens. Mit all meinem Wirken möchte ich Menschen darin bestärken sie selbst zu sein und mutig ihren Weg zu gehen mit dem tiefen Wissen, dass alles seien Sinn hat. Deshalb freue ich mich besonders, dass dieses Buch seinen Weg gemacht und seinen Platz bei Menschen allen Alters gefunden hat. Es wurde schon zu Geburten und Taufen verschenkt, zu Geburtstagen und Hochzeiten oder als besondere Aufmunterung in Krankheitsfällen oder sogar in Altenheimen.

Besonders Menschen mit einem guten Draht zur Natur gefällt Die kleine Minna, denn ihre Reise führt sie durch die Natur: durch Wälder und Wiesen bis ans Meer und schließlich um die ganze Welt. Einflüsse für dieses Buch gab es viele - vor allem aus dem echten Leben, denn die Natur ist mir nahe und ich empfinde alles in ihr als belebt. Ein großer literarischer Einfluss war sicherlich "Das Traumfresserchen" von Michael Ende.

Im Nachhinein betrachtet schrieb ich damit damals meine eigene Lebensgeschichte in metaphorischer Form, wie sie sich über die kommenden Jahre bis zu meinem 32. Lebensjahr abspielen würde. Selbst die im Buch nicht-menschlichen Charaktere würden mir in menschlicher Form wiederbegegnen. In Freundschaften ebenso wie in Menschen, denen ich im Rahmen eines Musings begegnete. Es hat also ein neues Kapitel meines Lebens begonnen, eines, das noch nicht geschrieben ist, oder dessen Geschichte mir noch nicht bekannt ist 🙂

In den Jahren nach der kleinen Minna habe ich viele weitere kleine Bücher veröffentlicht, das vielleicht wichtigste unter ihnen meine Gedichte einer jungen Muse, in welchem ich von meinen Gedanken und Begegnungen mit Menschen während Spaziergängen erzähle.

Ein Tipp für neue Autoren:

Den Vorverkauf - also auch die Werbung für unser Buch - haben wir damals über Kickstarter gemacht. Für diejenigen von euch, die diese Plattform interessant finden und für eigene Projekte nutzen möchten, mag unsere Kampagne hilfreich sein, denn es ist bis heute eine der erfolgreichsten Buch-Publishing Kampagnen, die es je auf Kickstarter gegeben hat. http://kickstarter.com/projects/595573727/die-kleine-minna-small-minna/ 

Selbst veröffentlichen kannst du heute über diverse Kanäle. Ich nutze gern die Webseite von epubli und stelle alles nach meinen Vorstellungen zusammen.

Was mir z.B. bei epubli allerdings natürlich dort fehlt ist die umweltbewusste Produktion und die Naturmaterialien. Ich überlege deshalb auch wieder an einen Verlag heranzutreten und würde mich sehr freuen, gingen mehr (auch große) Verlage den Weg der bewussten Produktion, das würde sie für mich attraktiver machen. Hier warten nämlich noch ein paar Bücher. Falls du Verleger bist oder einen Tipp hast, melde dich gern!

Deine Philomena

Buch bestellen und Bäume pflanzen

Mein Zuhause ist ein (mir) heiliger Ort. Mein eigener Tempel.

Das wurde mir bewusst als ich durch den Vestalinnen-Tempel in Rom schritt mit seiner bepflanzten Teichanlage in der Mitte. Feine und Schöne Energien herrschen hier, selbst bei 40° Außentemperatur zieht dieser Ort noch magisch an. Die Vestalinnen waren in Rom für die Aufbewahrung wichtiger Dokumente und Heiligtümer verantwortlich, denn ihr Tempel durfte von fast niemandem betreten werden. Vor allem aber brannte hier das heilige Herdfeuer der Vesta. Die römische Göttin Vesta entspricht der griechischen Hestia. Sie ist die Hüterin des ewigen Lichts, des heiligen Feuers und die Göttin über Heim und Herd. Die Vestalinnen hüteten das Feuer und sie vollzogen die Jahresvorhersage durch das Feuer. Sie entzündeten es jedes Jahr zum 1. März, dem damaligen Jahresbeginn durch das Bohren in das Holz eines fruchttragenden Baumes. Ließ sich das Feuer nicht entzünden, prophezeite dies Unglück für das Jahr.

Die Überbleibsel des Vestalinnen-Tempels strahlen auch heute noch aus, dass er seinen Bewohnerinnen ein heiliges Heim des Friedens und der Harmonie war. Das Feuer steht bei ihnen nicht für ungezügelte Antriebskraft, sondern für den weiblichen Aspekt des Zündfunkens, für die Inspiration, die nährende Notwendigkeit der Wärme und die Magie des Lichts. Hier wird das Erdinnere transformiert. Dass der Tempel des Feuers von einer Teichanlage geprägt ist, schafft den Ausgleich. Auch damals durfte der Tempel nur durch fließendes Wasser aus einer Quelle gereinigt werden. Im Vestalinnen-Tempel kommen wir in Berufung mit der Ur-Weiblichkeit, dem inspirierenden und schützenden Aspekt.

In diesem Tempel freute ich mich auf meinen eigenen Tempel, mein Zuhause. Egal wo ich gewohnt habe, mein Heim war mir tatsächlich immer ein Tempel und so bin ich auch damit umgegangen. Zwar gehört auch das Chaos zu meiner Natur und so hat man bei mir niemals ein karg gestaltetes oder fein aufgeräumtes Heim vorgefunden (eher ein lebendiges), doch immer einen Ort des Friedens. Besonders in meinen letzten Zwei Heimen, der Parkstraße in Kranichstein und dem Westkorso in Bad Oeynhausen, habe ich mein Zuhause als Friedens- und Inspirationstempel empfunden.

Wer hierher kommt, sagt immer er fühle sich direkt wohl und heimisch. Wer besonders empfindsam ist und sein Gefühl in Worte fassen kann, sagt oft "Die Energie hier ist super!" Das liegt wahrscheinlich nicht nur an mir, sondern auch an der Wohnung an sich, die ihre eigene Ausstrahlung besaß, weshalb ich sie als meine gesunde Basis wählte. Und wir zusammen sind ein gutes Team. Wer hierher kommt, bleibt oft lang. Wer hierher kommt, hat viel zu sehen, denn es gibt nichts in meiner Wohnung, das keine Geschichte in sich trägt. Mein kleines und beschauliches Heim birgt so viele kleine, inspirierende Schätze. Die Wände sind geschmückt mit Bildern, Gedichten, und gesegneten Gegenständen, die Menschen mir durch die Jahre schenkten. Dazu addieren sich ein paar persönliche Gegenstände, magische Objekte und meine Büchersammlung. Mein Heim ist hell. Der Blick geht ins Grüne.

Mein Musentempel der Zukunft

Fünf Jahre habe ich in einer Blockartigen Stadtwohnung an einer Hauptstraße gewohnt, das hat mir nicht gut getan. Ich bin dankbar für diese Erfahrung, denn ich habe den Vergleich. Ich brauche die Lautstärke nicht, den Dreck, die Hektik, den Beton. Ich bin ein Mensch in der Welt, ein Wesen der Natur. Ich liebe das Licht und die Natur und bin von ihnen nicht gern abgegrenzt. Trotz unseres modernen Wandels, den ich gern miterlebe und auch nutze, finde ich mein Glück in allem, was mich in die Natur führt, nicht von ihr weg. Bin ich davon umgeben, ist mir das ein wichtiger Grundstein für mein Wohlgefühl. Und mein Wohlgefühl ist der wichtigste Grundstein für das, was ich zu geben imstande bin.

So ist es ganz logisch, dass ich, seitdem mein Wohnbereich mein Tempel wurde, ich in diesem Tempel viel mehr gebe und empfange. Hier bete ich, hier spreche ich meine guten Wünsche für all die Menschen, die mir begegnen. Hier besinne ich mich auf meine Aufgaben. Hier horche ich in mich hinein und wandle auch in meinem inneren Tempel. Hier singe und tanze ich. Hier schreibe ich. Hier ruhe ich. Hierhin lade ich unter bestimmten Bedingungen ein. Und natürlich ist dies auch mein heiliger Tempel für die Musenzeit.

Vom Feuer Feuer.

(Es war gestattet an jedem Feuer auch sich selbst ein Feuer zu entzünden).

CICERO

Ob dein Heim dir schon dein Tempel ist oder nicht, vergiss nicht, dir selbst dein Tempel zu sein. Ein Ort des Friedens und der Lebendigkeit. Pflege deine Heiligtümer. Öffne deine Türen und Fenster für die Menschen, die zu dir strömen in Freude, Liebe und Hoffnung. Sei offen dafür aus dir heraus alles Licht in die Welt strömen zu lassen. Entzünde dein Feuer! Und wenn es noch niemand sieht, dann zweifle nicht an seiner Existenz. Du hütest deine Flamme im Vertrauen. Lasse sie wachsen und Menschen werden die Flamme nicht nur sehen, sondern ihre Flamme an deiner entzünden können.

Bei dem Namen Rom hört alles Träumen auf und die Selbsterkenntnis fängt an. Die alte Zauberin weist jeglichem Menschen seinen Platz an. Mein hiesiger Aufenthalt ist eine Entwicklungsgeschichte.

Anselm Feuerbach

Mein Abenteuer begann so, wie die meisten Abenteuer bei mir beginnen: spontan. Durch eine Planänderung hatte ich sieben Tage Reise- oder Freizeit übrig. Erst besuchte ich Freunde und am dritten Tag kam mir in den Sinn Italien zu sehen und so buchte ich morgens einen Flieger für den Nachmittag. Allein, denn ich wollte eine Reise nur für mich machen. Manche Reisen machen in Begleitung Sinn und manche Reisen muss man auf sich allein gestellt machen, für die innere Entwicklung und Entfaltung. Ich mache jeden Tag gern ein wenig Platz für die Selbsterkenntnis - sei sie schön oder schmerzlich - und empfinde es als Segen dem Ruf der Erkenntnis nach Rom folgen zu dürfen. Ich reise gern so, wie es Dichter, Denker und Universalgelehrte der Weltgeschichte getan haben: auf eigene Faust los, erleben, reflektieren. Dasein. Spüren. Die Vergangenheit eines Ortes, das Hier und Jetzt, das Potential, die Essenz, die Resonanz mit der eigenen Seele.

Und auf den Wegen der Erkenntnis zu reisen, ist etwas ganz anderes als eine "Bucketlist" abzuarbeiten. Mir ist egal, welche 1000 Orte angeblich jeder gesehen haben muss, bevor er stirbt. Mich interessiert, an welche Orte mich mein Inneres zieht, weil dort eine Erkenntnis wartet, eine wertvolle Erfahrung, ein toller Mensch. Ich denke wir alle tragen Orte in uns, an die es uns zieht, wenn wir auf unser Herz hören. Und reisen wir zu diesen Orten, können wir auch jeden Stadtplan wegwerfen und uns vom Bauchgefühl durch die Gassen führen lassen. Meine Reiseführer sind mein innerer Kompass und der Himmel. Wir werden dort ankommen, wo wir ankommen sollen. Für mich ist es so. Und diese Fähigkeit wird stärker, je mehr ich sie übe, je mehr Platz ich ihr einräume. Dazu gehört natürlich auch Mut, aber noch mehr als das ein Wille. Mein Wille wird sich wahrscheinlich in Rom formen. Vor der Reise begegnet mir der Spruch "Was willst du? Visualisiere, was dich deiner wahren Lebensaufgabe näher bringt!"

Mein Plan war es zwei Tage in Rom zu verbringen und drei Tage auf einem Landsitz in der Nähre von Neapel. Ich freute mich, dass ich bei Ankunft in Rom auch eine Bestätigung für meine angefragte Unterkunft hatte. In der Via Francesco Pacelli sollte sie sein. Ich kam in der Dunkelheit an und hatte das Glück, dass die Vermieter mir eine super Erklärung geschickt hatten, wie ich zu ihnen finde. Dennoch holten sie mich wie selbstverständlich am letzten größeren Busbahnhof einfach ab, damit ich nicht Durchs Dunkel irre. Auf der Fahrt machten wir noch einen kleinen Umweg, damit ich sehe, wo die Straße endete: am Petersdom.

Und hier sollte auch mein erster Tag anbrechen. Die Vermieter hatten mir ein niedliches Frühstück bereit gestellt und so trödelte ich vor mich hin bis ich im Vatikan bei St Pietro ankam, benannt nach dem Apostel Petrus, dessen Grabeskirche diese ist, und mich in eine lange Schlange einreihte. Ich war zwischen zwei Führungen gelandet und hatte so das Glück viele Informationen aufzuschnappen. Und mein Glück trug sich fort als ich St Pietro betrat, dieses u.a. von Michelangelo geplante baugeschichtliche Kunstwerk, und durch engelhaften Gesang direkt von einer kleinen Messe angezogen wurde, die abseits des Touristenstroms stattfand. Ich verstehe zwar kein Italienisch und bin auch nicht katholisch, doch ich kann ja meine eigenen Gebete sprechen, meine persönlichen und dann die für das Wohl der lieben Menschen, die so viel gutes tun und derer, die sich noch finden müssen, für die Erde mit allem Leben darauf, für den Schutz des Wandels, dem sie gerade unterliegt. Dankbarkeit auszusprechen dafür, dass ich leben und all die erleben darf, das ist mir wichtig. Und so in den heiligen Hallen Roms den Tag zu beginnen, ist eine schöne Erfahrung.

Mein Wasser füllte ich, wie in den folgenden Tagen, an den Brunnen auf, die man in ganz Rom verteilt findet. Über 2500 sollen es sein, Endpunkte mancher der elf antiken Aquädukte, und sie spenden Tag und nacht frisches Trinkwasser. Ein Genuss im Verhältnis zu dem stehenden Wasser aus der Supermarktflasche. Und für mich eine besondere Freude, da ich vor einiger Zeit im Zuge meiner Schwedenreise und der Rückbesinnung auf den umsichtigeren Umgang mit meinem Körper beschlossen hatte nach Möglichkeit aufbereitetem oder stehendem Wasser adé zu sagen und gutes Quell- und Brunnenwasser zu nutzen. Da ich ein intuitiver Mensch bin und daher auch ein Intuitiver Esser, also immer zu mir nehme, was der Körper verlangt, war es für mich eine interessante Beobachtung, dass er überhaupt begann nach Quellwasser zu verlangen und seitdem eine große Unlust gegenüber vor-abgefülltem Wasser zeigte. Nur logisch ist auch, dass das abgefüllte Wasser, das wir kaufen, einen wahnsinnigen Aufwand bereitet und zusätzlich Transportwege zurücklegt. Als umweltschonend kann man es also nicht betrachten sich im Supermarkt eine Kiste Wasser zu kaufen (womöglich noch in Plastikfalschen, die weder der Umwelt, noch unserer Gesundheit gut tun). Wenn du dich auch für Quellwasser aus deiner Nähe interessierst, helfen dir diese Webseiten deine nächste Quelle zu finden: Liste der Quellen in Deutschland, Quellensuche in der Nähe.


Roms Wege der Erkenntnis

Nur wo Du zu Fuß warst, bist Du auch wirklich gewesen.

Goethe

Im intuitiven Gehen lasse ich mich leiten und bewege mich nicht nach Plan, sondern wohin es mich zieht. Ichs schaue um diese und jene Ecke und entdecke dabei viel mehr als wenn ich es touristisch nach Plan angegangen wäre. An diesem Tag bin ich weit gelaufen, fast 25 Kilometer. Einen Teil der Strecke habe ich dir hier nachgezeichnet. Darin stecken natürlich nicht die ganzen Abzweigungen, die ich nahm, sondern die markantesten Punkte, an denen sich jeder in Rom orientieren kann.

Petersdom, Villa Borghese, Spanische Treppe, Trevi Brunnen, Piazza Venezia, Forum Romanum, Colosseum

Ich wandele gern dort, wo auch Goethe wandelte. Zu meinen Lieblingsorten gehören ja auch Weimar, wo Goethe sich ausbreitete, und Darmstadt, wo sich um ihn eine Gruppe der Empfindsamen bildete, mit denen er spazierte. Gewusst habe ich früher nicht, dass dies Goethes Orte waren, die auch ich mir intuitiv zu meinen Orten machte. Und auch in Rom führte mich mein intuitiver Spaziergang nach ein paar Stunden durch die Viale Goethe an der Villa Borghese. Ein Ort, der ihm natürlich gefallen haben musste. Der grüne Park mit seinen kleinen Herrenhäusern, die heute Galerien sind ist ein Rückzugsort aus dem Stadtgetümmel. Auf dem Weg dahin aß ich übrigens zufällig die beste Büffelmozzarella-Pizza meiner gesamten Reise in einem kleinen Imbiss namens Pizza e Natura als sie frisch aus dem Ofen kam.

Asklepios Tempelchen, Villa Borghese

Ich kam in den Park am kleinen Asklepios-Tempel, der von einem winzigen See umrundet wird, auf dem man Ruderboot fahren kann. Eine Hommage des 18 Jahrhunderts an die Antiken Tempel und natürlich an Asklepios, den Gott der Heilkunst. Ein ganzheitlich gedachten Ort, der sich ganz der Heilung nach antikem Vorbild widmet, ist dieser Park der Villa Borghese, was man daran erkennt, dass sich zu den Götterbeschwörungen für die Heilung auch viel Grün mit diversen Rückzugsorten bietet, Wasserinszenierungen (um den Gefühlsfluss in Ganz zu bringen) und Orte der Zerstreuung in Form eines Schauspielhauses (heute ein Kino) und der Bildung im Sinne des Guten, Wahren und Schönen in Form von Galerien finden. [Elemente, die ebenso allesamt in die Gründung meiner Heimatstadt Bad Oeynhausen einflossen, da auch diese nach Antikem Vorbild Heilung vermitteln sollte. Meinen Blogbeitrag dazu kannst du hier lesen.]

An diesen Orten geht mir durch den Kopf, wie selten sie geworden sind, wie wenig wir Menschen heutzutage noch vom guten Leben verstehen, das wahrlich ausgeglichen ist. Wir leben freiwillig in hektischen Städten und gehen einer hektischen Arbeit nach, um dann am Wochenende kurz ins Grün zu flüchten, wenn überhaupt. Dabei würde es doch so viel Sinn machen den Lebensmittelpunkt an einen Ort zu verlegen, der uns nicht aussaugt, sondern Kraft gibt. Selbst an diesem ersten Tag in Rom ist es mir schon eine Wohltat aus der Stadt hierher zu entfliehen und ein Mittagsschläfchen im Schatten der hohen Bäume zu machen, neben mir plätschert das Wasser eines Springbrunnens.

Als ich aufwache, habe ich Lust eine Galerie anzuschauen. Die Galleria Borghese, die ich wegen der Statue Apollo e Daphne gern besucht hätte, hält leider kein Ticket mehr für diesen Tag bereit. So führt mich mein Weg quer durch den Park, dieses mal in die entlegeneren, teils verwahrlosten Ecken bis ich dann doch vor dem wundervollen Museo Pietro Canonica stehe, das ich nie vergessen werde. Denn hier arbeitet Ninette (Foto s.u.), die ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht kenne, aber die mir an diesem Nachmittag viel Freude und wertvolle Kontakte schenken wird. Für das Museum braucht man kein Ticket, es funktioniert auf Spendenbasis. Im kleinen Innenhof mit seinem Brunnen suchen ein paar Besucher den Schatten. Einige der Skulpturen, Büsten Römischer Persönlichkeiten, die als Auftragsarbeiten entstanden, und ikonographische Plastiken, springen mir besonders ins Auge und strahlen in der nahen Betrachtung tatsächlich so viel Persönlichkeit aus, dass ich ganz andächtig werde. 

Auf meinem Weg aus der Ausstellung heraus spricht mich Ninette an und sagt ich würde wie ein sehr netter Mensch aussehen. Sie bietet mit den Platz neben ihr an und fragt mich aus, was ich tue, was erstaunlicherweise dazu führte, dass jetzt ein paar Flyer, die ich noch in der Tasche mit mir trug, im Canonica Museum in Rom liegen. Ninette und ich sprachen über die Verbundenheit von allem und den Sinn hinter den Dingen und sie zeigte mir eine besondere Kette, die sie von einem Freund aus dem magischen Glastonbury geschenkt bekommen hatte. Dann schrieb sie mir viele Namen und Telefonnummern auf aus ihrem Bekanntenkreis, die ich doch unbedingt mal kennenlernen sollte und noch ein paar Geheimtipps für Rom, darunter auch ein Garten, der nur selten Besucher empfängt.

Mein Weg führte mich vorbei an der Villa Medici in die Trinita dei Monti, der Kirche der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, und dann die spanische Treppe hinunter. In Rom wartet hinter jeder Ecke eine Besonderheit und so zog es mich von einer Straße in die nächste bis ich vor dem Trevi-Brunnen stand. In den warf ich natürlich eine Münze, um wiederzukehren. Wie schnell ich wiederkehren würde, war mir an diesem Tag noch nicht bewusst.

Irgendwann stand ich auf der Piazza Venezia. Dahinter gleich das Kolosseum und das Forum Romanum. An diesem Tag war ich zu müde diese Orte tiefgreifender aufzusuchen und so spazierte ich nur daran vorbei, um mir einen Überblick zu verschaffen. Weiter unten kannst du mehr über meinen Besuch der Kraftorte des Forum Romanum lesen. Wer diese Strecke zu Fuß zurück legt in der Sommerhitze, kann sich vorstellen, wie müde ich am Abend war. Erfüllt müde.


Life Change?

Am darauffolgenden Tag wollte ich meinen Mietwagen abholen, um nach Neapel aufzubrechen. Meine Unterkunft auf dem Land erwartete mich und ich würde 3 Tage in einem Naturreservat verbringen. Dass ich mich mit dem verrückten Stadtverkehr Roms konfrontiert sehen würde (in dem ich nicht ein Auto ohne größere Kratzer und Beulen gesehen hatte), machte mich nicht besonders nervös, ich hatte Lust auf die Erfahrung. Dass ich mich irgendwie aus der Stadt bis auf die Via Pontia navigieren musste, ok. Selbst ist die Frau und ein wenig mehr Abenteuer war schon noch drin, jetzt wo ich einen Haken daran setzen konnte heil in Rom angekommen, meine Unterkunft gefunden und die Stadt zu Fuß erkundet zu haben.

Auf dem Weg zur Autovermietung wechselte ich die Busse und es wurde so heiß, dass ich trotz meiner Ablehnung dem Wasserflaschenkauf gegenüber doch einen Minimarkt an der Via di Torre Argentina betrat. Als ich den Kühlschrank öffnete, rief mir der gut gelaunte Verkäufer entgegen: This water is life-changing! In Anbetracht der Hitze war das eine berechtigte Aussage und wir lachten, aber es war ein Unterton in seiner Stimme und ein Funkeln in den Augen, das aus einem Indiana Jones Film hätte stammen können. Und als hätte das Leben mich etwas gefragt und ich sei noch eine Antwort schuldig, antwortete ich Wonderful, I'll take the life change! Und schon als ich es aussprach dachte ich Oje, dann kann ich ja gespannt sein, was nun geschieht... Es hätte mich nicht gewundert, wenn der Minimarkt sich in Luft aufgelöst hätte nachdem ich ihn verließ. Beim Wiederkehren an einem anderen Tag war der Verkäufer jedenfalls nicht mehr da.

Die Autovermietung war im Hauptbahnhof, dem Termini angesiedelt. Ich reihte mich wieder in eine Schlange aus fünf italienischen Parteien ein, die an zwei Schaltern bedient wurden. Etwas verwunderlich war, dass die Schlange sich nicht veränderte, stattdessen fingen die Leute irgendwann an zu diskutieren, auf eine Weise, die sogar für Italiener sehr aufbrausend und untypisch ärgerlich wirkte. Niemand schien voranzukommen. Die Leute sahen enttäuscht aus, zückten ihre Telefone, riefen irgendjemanden an, gestikulierten wild, gingen an den Schalter zurück, diskutierten wieder, sahen immer enttäuschter aus, entfernten sich vom Schalter.

Es dauerte eine Stunde bis ich an der Reihe war. Die logische Folge des ganzen Debakels war, dass ich genau so unzufrieden am Schalter stand, wie die Italiener und diskutierte. Mein Problem war das gleiche wie das meiner Vorgänger: die Station forderte Extrazahlungen, die fadenscheinig begründet wurden und den Eindruck erweckten, man könne sich bei Rückgabe nicht sicher sein, ob man nicht auch ohne Unfall belangt würde. Ich zog mich 5 Minuten vom Schalter zurück und musste überlegen, was ich nun will. Einen Mietwagen und im Hinterkopf den Stress oder einfach alles absagen und weiter Rom erkunden.

Wenn an meinen ursprünglichen Plänen gerüttelt wird, fällt es mir manchmal schwer schnell einen klaren neuen Willen zu entwickeln, doch hier ging es. So machte ich auf der Verse kehrt, verschob meine Reise ins Reservat auf andere Ferien und rief meine römischen Vermieter an, die sich anscheinend freuten, mich so schnell wiederzusehen und mir einen für Rom und für diese Wohnung unfassbar kleinen Freundschaftspreis anboten. Ich würde also mehr von der ewigen Stadt sehen können. Welche Form von Life Change auch immer Rom mir bringen wollte, er sollte hier beginnen. Ich hatte es ja so gewollt.

Mein Lieblingsort in Rom: Die Villa Doria Pamphilj

Auf der Karte hatte ich einen großen Park entdeckt, der mich anzog: die Gärten der Villa Pamphilj. An Hauptstraßen ohne Fußgängerwege mogelte ich mich bis zum Eingang, nicht aussah wie ein offizieller Zugang zu einem schönen Stadtpark, sondern eher wie eine Hintertür zu einem verlassenen Bauernhof. Umso spannender! So bald ich den Park betrat, großes Aufatmen. Vor mir erstreckte sich endlich eine Weite, die ich in der Stadt nicht hatte. Die Landschaft war nur hier und da unterbrochen von kleinen Springbrunnen und Skulpturen, die Idylle vermittelten. Wo die Villa stehen sollte, wusste ich nicht.

Historische Ansicht der Gärten der Villa Pamphilj

Ich durchschritt mediterrane Felder immer der Anziehung nach. Auf meinem Weg begegneten mir ausschließlich Jogger. In Rom ist es sehr beliebt in der Mittagshitze bei 45° zu laufen habe ich gelernt. In meinem langen, wallenden Kleid fiel ich also etwas aus der Reihe, doch das ist ja nichts Neues. Dafür fühlte ich mich umso wohler in dieser arkadischen Landschaft, die alle Sinne und die Sinnlichkeit anregt. Bei diesen Begriffen kam mir Jane Austens Sinn und Sinnlichkeit in den Sinn und schnell wurde klar, dass mich Rom vor einen Ausflug in die Weiblichkeit und in den Genuss stellte.

Ich war der richtigen Fährte gefolgt und stand nach kurzer Zeit or der Villa Pamphilj. Gestaltet ist der zentrale garten wie der eines Lustschlösschens. Mit Labyrinth auf dem Haupttrakt, das in einen Garten mit aufwendig gestalteten Grotten, Wasserfällen und Springbrunnen mündet. Überall versteckte Ruheplätze. Der Ort regt ohne Zweifel die Phantasie an und besitzt eine Aura des tiefen Genusses. Nicht umsonst ist er heute als beliebter Ausflugsort für Liebespaare bekannt.

Mediterrane Landschaft um die Villa Pamphilj
Villa Pamphilj

Man möchte sich hier ins Gras legen, die Zeit vorbeiziehen lassen, dem Zirpen der Grillen zuhören, baden gehen. Leider sind die Wasserspiele mittlerweile leergepumpt. Nur der versteckte Wasserfall plätscherte und lud mich ein meine Füße zu baden. Jedes Eintauchen der Zehen löste ein Lichtspiel auf dem Wasser aus, wenn die Sonne von den kleinen Wellen fortgetragen wurde. Ein paar Eidechsen bewegten sich in meiner Nähe, nach einer Zeit kam ein kleiner Vogel, der mir beim Baden zusah und irgendwann ein Hund, der mit mir im Wasser stand und mich lange anschaute, auch dann noch als sein Herrchen aus der Ferne wiederholt rief.

Ich sang eine Melodie, die mir in den Sinn kam und spürte irgendwann, wie mein Dasein für einen der vorbeilaufenden Jogger eine Irritation auslösen müsste als würde er plötzlich eine Nymphe an der Quelle sehen. Von weitem bemerkte ich eine Frau, die ungläubig in meine Richtung starrte und ihr Handy zückte als sei es ein Postkartenmotiv und ich fragte mich, warum wir nicht alle öfter die Vorstellung umarmen, dass wir, allein durch das Wunder des Lebens, uns gegenseitig als magische Wesen betrachten könnten, die selbstverständlich an Quellen und Wasserfällen, auf Bäumen und in Höhlen sitzen und dort in Kontakt mit unserer Natur, mit unseren tiefsten Empfindungen kommen.

Vielleicht müssen wir uns dafür mit unserer intuitiven Seite verbinden? Mit unserer Lust? Mit unserem Vertrauen? Selbstbewusst, also uns unserer selbst bewusst werden. Und zulassen alles zu sein. Uns selbst nicht in Schubladen einordnen und uns trotzdem nicht zu verlieren. Heutzutage haben wir Angst davor nicht einzigartig zu sein, aber wir haben auch Angst davor zu unangepasst oder zu angreifbar zu sein. Doch große Geister sind nicht gewachsen, weil sie sich limitiert haben. Große Geister wachsen durch Neugier und Offenheit und den Willen zur Selbsterfahrung auf allen Ebenen.

Ich bin sehr greifbar. Für Menschen, die mir mir auf einer Wellenlänge sind. Alle anderen hole ich ab, wenn ich möchte. Ich kenne vielleicht nicht viele, aber ein paar Menschen, die mich skeptisch oder mit Ablehnung betrachten und ich denke das dürfen sie auch, wenn sie es so brauchen. Lehnt man einen Menschen ab, spricht daraus nichts anderes als die ablehnende Haltung sich selbst gegenüber. Das Äußere ist doch immer nur ein Spiegel des inneren.

Mir waren an diesem Ort die Tiere ein Spiegel des Friedens der hier herrschte, wo ich noch tieferen Frieden mit meinem magischen Ich schloss und mit der darin ruhenden weiblichen Energie. Ich hatte Lust Blumen zu pflücken und mit der Hand was zum Trinken aus den Quellen zu schöpfen, jedem auf meinem Weg mit einem Lächeln zu begegnen. Und ich wünschte mir am Wasserfall, dass die Menschen diesen Ort mit der gleichen Leidenschaft und Freude erleben dürften wie ich und sich ebenso in den Genuss brächten ihre Füße zu baden und dazu zu singen. Mir ist es nicht fremd das zu tun. Und ich sehe im Gesicht der Menschen, die vorbeilaufen die Lust es mir gleich zu tun. Und wenn ich mich darüber unterhalte, dann bestätigt sich diese Vermutung.

Hier war ich bewegt vom Feinen und Leichtfüßigen, vielleicht von meinem feen- oder nymphenhaftesten femininen Anteil. Doch ist das Weiblichkeit? Nein, Weiblichkeit ist viel mehr. Ich lebe in einer Zeit, in der eine Frau nicht mehr einem Bild entsprechen muss. In mir liegen auch Tatkraft, Standhaftigkeit, Wille, Herzensgüte, Wildheit, Magie, Weisheit, viele Facetten. Männliche Anteile natürlich auch, denn in unserer Welt der Polaritäten schlummern in uns alle die weiblichen und männlichen Anteile.

Ich lebe in einer Zeit, in der es nicht leicht ist zu definieren, was Weiblichkeit und was Männlichkeit bedeuten. Das wurde mir auch kürzlich durch ein Referat meiner Schülerinnen klar, die uns über den aktuellen Stand der Gender Studies aufklärten und zu mehr Toleranz aufriefen. Wir können männlich und weiblich nicht mehr durch körperliche Merkmale, nicht durch Interessen und auch nicht dadurch definieren, wovon wir uns angezogen fühlen. Doch vielleicht ist das, was uns anzieht und wofür wir uns begeistern, ebenso wie das, wovor wir uns fürchten, die beste Spiegelung für uns zu erkennen, was wir in uns selbst erwecken wollen. Vielleicht ist die Auflösung der Rollen somit ein Auflösen des Schubladendenkens uns selbst gegenüber, mit dem wir uns beschränkt haben aus Angst davor alles zu sein, facettenreich zu sein, die Pole vereint zu haben. Was macht es mit mir meine urweiblichen und urmännlichen Anteile anzunehmen? Anteile, dir wir uns vorstellen können wir frühere Leben, tiefe Räume der Erfahrung, die ins uns liegen, bereit aktiviert zu werden.

Ich nehme mir den Mut mich zu aktivieren. Ich nehme mir die Freiheit derjenigen Facette den Vortritt zu lassen, die ich an einem Tag tatsächlich brauche, weil sie mich in meine Kraft bringt. Bewunderung, Dankbarkeit und Freude gegenüber dieser Facette zu empfinden. Mich verunsichert das nicht mehr, im Gegenteil, ich bin frei. Frei ich zu sein. Heute mehr so, morgen mehr so, aber immer ich. Niemand muss mir eine Erlaubnis dafür erteilen, die habe ich mir selbst gegeben.

Also erkläre ich mich hier und heute mit der Aufgabe einverstanden diese Offenheit für mich selbst zu pflegen, meine Natur und die Natur der Welt, die archaische Wildheit, die feine Magie und die eigenen Wünsche zu leben und in die Welt zu tragen. Den Mut und die Neugier zur Offenheit sich selbst zu erleben weiterzutragen. Hier und da muss ja immer einer anfangen, damit andere es sich auch erlauben.

Am Ende meines Spaziergangs komme ich an einer wundervollen und vollkommenen Teichlandschaft an, mit weiteren Wasserfällen und treffe auf die alten Weisen: Schildkröten. Als die kleinen auf mich zu schwimmen, spüre ich in mir eine Respektvolle Ehrfurcht gegenüber diesen stillen Kreaturen. Ich bitte ich sie darum mir auf meiner Reise auch eine gute Weisheit mitzugeben. Die Schildkröten heben und senken die Köpfe und betrachten mich mit der gleichen Neugier wie ich sie. Ja, alles in der Welt sollte sich auf Augenhöhe begegnen, denke ich. Die Tiere wissen das. Es wird Zeit, dass wir Menschen es auch wissen. Erst auf Augenhöhe mutig unserem eigenen Ich begegnen, dann anderen mit Mitgefühl. Ich wünsche mir die Kraft in tiefer Verbindung mit meinen Facetten zu stehen und sie mutig zu leben, alles ins Tageslicht zu transformieren, was heute noch in mir verborgen ist. Mut zu allen Veränderungen zu haben und geben zu können. Als Mensch und auch in meiner Berufung als Muse ist es für mich von größter Bedeutung mich bis in die tiefsten Tiefen zu verstehen, Blockaden zu lösen, an meine Urkräfte zu gelangen, denn nur so kann ich frei arbeiten und diese Impulse der Befreiung weitergeben. Warum habe ich das nich schon immer getan? Alte Muster. Doch diese Denk- und Verhaltensmuster lasse ich hier, sie wollen abgelegt werden. Mit Liebe betrachtet und transformiert werden, ins Urvertrauen finden, in die Urkräfte. Da war er wieder, der Life Change.

Am Abend schaute ich mir noch eine Kartenlegung von einem befreundeten Filmemacher aus Kalifornien an, der wie so viele Menschen, die ich kenne, in den vergangenen Jahre einen spirituellen Weg eingeschlagen hat und positive Impulse weitergibt. Nun legt er jeden Dienstag die Karten der Wochenenergien aus, die uns durch die Sterne erreichen, d.h. welches Thema beschäftigt uns diese Woche besonders, jeden auf seine Weise. Ich lachte als er die Karten umdrehte und erzählte "Diese Woche ist dazu da sich über die innere Weiblichkeit klar zu werden. Was sie für uns bedeutet. Tief in uns zu gehen. Unsere männlichen und weibliche Anteile zu verbinden. Unsere Kraft zu spüren."

There is nothing noble in being superior to your fellow man; true nobility is being superior to your former self.

Hemingway
Villa Pamphilij Spaziergang

Kraftorte des Forum Romanum

Kraftorte nennt man Plätze, die eine besondere Energie ausstrahlen, Knotenpunkte der Welt sind, heilende oder andere magische Wirkungen haben.Das Forum Romanum ist voll davon. Vor meiner Reise hatte ich mich nicht über die Kraftplätze Roms informiert, ich suche nicht danach. Diese Orte ziehen mich auch von allein an.

An meinem letzten Tag in Rom hatte ich nur den Vormittag Zeit mich in der Stadt zu bewegen. Ich hatte mir keinen Plan gemacht, wollte nur frühstücken und eigentlich noch das antike Café Greco besuchen. Doch nach dem Duschen hatte ich die spontane Eingebung doch einmal das Stichwort Kraftorte Rom zu googeln. Und ich stieß auf einen besonderen Punkt im Forum Romanum. Bei genauerer Durchsicht fand ich heraus, dass er exakt zu meinem Transformationsthema passte. BÄM. Letzte magische Station gefunden.

Es wunderte mich nicht, dass mich dieser Ort noch erwartete. Das Forum Romanum war mir während der Reise sowieso nicht aus dem Kopf gegangen. Schon während ich daran am ersten Tag vorbei lief, spürte ich den inneren Ruf und sehnte ich mich danach durch die Tempelanlage zu schreiten und Entdeckungen zu machen bis oben auf den Hügel der Villa Belvedere. Ich wusste wenig bis gar nichts über das Forum. Es zog mich einfach nur an. Am letzten Morgen packte es mich dann und obwohl ich nur eine Stunde dort würde verbringen können bis ich den Bus zum Flughafen nehmen müsste, und ich wusste man sollte hier eigentlich einen ganzen Tag verbringen, war die Entscheidung schon gefallen.

Ich suchte einige Zeit nach dem Ticketschalter und erhielt nur ein höherpreisiges Kombinationsticket für das Forum Romanum und das Kolosseum. Am Eingang zum Forum stoppte mich dann die Kontrolleurin: "Sie müssen jetzt erst ins Kolosseum gehen, ihre Führung beginnt um 10:30! Danach haben sie mit der Karte keinen Eintritt mehr." "Ich will aber gar nicht ins Kolosseum," sagte ich. Irritierte Blicke, fast wütend war sie auf mich. Ich wollte ihr nicht das Gefühl geben ich sei uninteressiert an Roms Schätzen und sagte "Wissen sie, ich muss einen besonderen Ort aufsuchen. Und dafür habe ich nur eine Stunde Zeit." Sie schaute mich immer noch an als wäre ich die erste Person, die das je zu ihr gesagt hätte. Und vielleicht war ich es auch, dachte ich, wer kommt sonst hierher mit nur einer Stunde Zeit und mit dem Wunsch nur eine bestimmte Sache zu sehen. Typisch Philo hätten meine Freunde gesagt.

Noch irritierter muss die Dame gewesen sein als sie sah, wo ich stehen blieb. Vor dem Umbilicus Urbis. Oder für alle Leute, die an mir vorbeispiazierten eher der olle Steinhaufen in der Ecke. Von außen ein völlig unscheinbares Steinhüttchen von der Größe eines Pizzaofens. Das Informationsschild daneben nicht gerade informativ. Dabei stand ich vor dem Mittelpunkt Roms. Der Umbilicus Urbis ist der Nabel Roms. Um den Omphalus (Nabelstein), geschützt durch den heiligen Schrein, wurde hier die Stadt errichtet. Das schreibt Plutarch zur Gründung:

Nachdem Romulus den Remus […] begraben hatte, gründete er die Stadt, wozu er aus Etruria Männer kommen ließ, die nach gewissen heiligen Regeln und Aufzeichnungen zu allem die Anweisung und Anleitung gaben, wie bei Mysterien. Es wurde nämlich auf dem jetzigen Comitium eine runde Grube ausgehoben und Erstlinge von allem, was man der Sitte nach als gut und der Natur nach als notwendig in Gebrauch hatte, hineingelegt. Zuletzt brachte jeder eine Handvoll Erde aus dem Lande, woher er gekommen war, und warf sie darauf, und dann mischte man alles. Diese Grube benennen sie mit demselben Wort wie das Weltall: mundus. Hierauf beschrieb man um sie wie um das Zentrum eines Kreises die Stadtgrenze.“

Plutarch: Das Leben des Romulus, 11, 1–2

Der Mundus symbolisiert die Stelle, an der sich Oberwelt und Unterwelt berühren, also die Erdkräfte und die Himmelskräfte, das Unterbewusste und das Spirituelle. Wenn ein Besuch in Rom, dann doch an diesen magischen Steinhaufen der Weltgeschichte! Wenn man seine Kräfte sammeln möchte für jedweden Neubeginn, dann hier, natürlich!

Mir war es die richtige Stelle für eine Danksagung zu solch wundervollen Orten geführt zu werden und für die Bitte darum auch die Kräfte meines Inneren und aus der Erdmitte mit dem Hier und Jetzt, und den himmlischen Kräften, dem höheren Willen verbinden zu können. Aus der Tiefe Erkenntnisse zu bekommen und die Schwelle zum nächsten Lebensabschnitt und höheren Erkenntnissen freizugeben. In meiner Kraft zu stehen für alles, was ich gründen möchte. Bewusst und kraftvoll im Hier und Jetzt zu leben.

Der Umbilicus Urbis ist natürlich auch nicht umgeben von irgendwelchen Tempeln. Direkt neben ihm ruht das Volcanal, der Altar des Feuer- und Schmiedegottes Vulcanus. Es ist ja nur logisch, dass der Nabelpunkt mit seiner Verbindung zum Erdinneren dem Gott des Erdinneren zugehörig ist. Auch wird diskutiert, ob der Altar dem Gott Saturnus, also unserem Planeten Saturn gewidmet war. Später wurde dahinter der Tempel des Saturn errichtet. Saturn gilt als der Hüter der Schwelle (zu höheren Ebenen). An diesem Fleckchen Erde in Rom sind also tatsächlich die drei Ebenen des Erdinneren (Feuerkraft), der Oberfläche (Erdkraft) und des Höheren (Luft, Kosmos) vertreten.

Ein englisches Besucherpaar hielt neben mir an und wunderte sich, warum ich mir den Steinhaufen so genau beschaute. Als ich ihnen erklärte vor welchem Punkt Roms sie gerade stehen, freuten sie sich wie Kinder und staunten.

Das letzte Element, das Wasser, das für den Gefühlsausgleich und den "Flow" steht, fehlt in dieser Kombination der Kräfte an diesem Ort auch nicht, wenn wir bedenken, dass Rom von seinen Brunnen durchzogen ist.

In der Tempelanlage der Vestalinnen kommt dies wunderbar zum Tragen. Hier ist in die Mitte des Tempels eine Teichanlage eingearbeitet, da hier das heilige Herdfeuer der Vesta brannte. An diesem Ort fand auch alles zusammen, was das Thema Weiblichkeit betraf. Die Urkräfte des Feuers. Die ausgleichenden Kräfte des Wassers. Die Vestalinnen als intuitive Priesterinnen, deren Prophezeiungen von den Kaisern geliebt wie gefürchtet waren. Inmitten dieser Stadt Rom, die immer (scheinbar) männerdominiert war, muss ich an Beyoncés Song Run the World denken, in dem sie singt Who run the world? Girls! Wir erleben gerade das Ende eines Patriarchats. Frauen erobern sich ihre Kraft zurück. Doch es ist nicht notwendig das Matriarchat anzustreben, sondern stattdessen den Ausgleich der Kräfte zu bewirken. Das Männliche und das Weibliche als zwei gleichwertige Pole anzunehmen, die sich ausgleichen sollen. Ist einer der Pole kräftiger, entsteht ein Ungleichgewicht, dass Spannung erzeugt und nach Kompensation schreit. Egal ob in der Welt oder in uns, in unserem inneren Ausgleich von männlicher und weiblicher Energie.

Die Kraft der Intuition ist eine Kraft, die in jedem Menschen ruht, das merke ich in meiner musischen Arbeit immer wieder durch die Menschen, die mich aufsuchen. Doch Frauen haben zur Intuition einen besonderen Zugang, nenne es Antennen, Feinfühligkeit. Eine Frau, die ihre Urkräfte entdeckt, d.h. geerdet ist, und gleichzeitig ihre Antennen ausgefahren hat, ist nicht aufzuhalten. Das möchte ich leben und dafür möchte ich auch stehen.

All das liegt in uns. Doch in unser Bewusstsein und damit an die spürbare und sichtbare Oberfläche tritt nur, was wir willentlich hervorholen, wenn die Zeit dafür reif ist und wir die nächste Ebene meistern sollen.

Mehr über meinen Besuch am Tempel der Vestalinnen kannst du in diesem Sonderbeitrag lesen.


Das Leben feiern

Eis bei Giolitti, Pantheon, Ausgehen in Travestere, Campo de Fiori & Piazza Navona, Engelsmusik an der Engelsburg

Natürlich in ich auch ausgegangen in Rom. Ich traf unter anderem Ninettes Kontakt Jennifer, die mich zu Roms bester Eisdiele führte und ins Trastevere-Viertel. Ich selbst war in den Tagen davor schon am Campo de Fiori und an der Piazza Navona gewesen, wobei ich die Seitenstraßen dem lauten und musikbeschallten Getümmel an den großen Platz bevorzuge und mich dort nicht lange aufgehalten habe. Unten auf der Karte seht ihr einen kleinen Gang durch den Abend. Leider habe ich es verpasst das antike Café Greco zu besuchen, in welchem schon Goethe verweilte.

Auf meinem letzten Gang durch die Stadt spielte dann an der Engelsburg eine Dame engelhaft Harfe. In der Nähe meiner Unterkunft kehrte ich noch in dem modernen Café ein, das ich täglich besucht hatte und es spielte gerade Live-Musik, die mich an Kalifornien erinnerte. Sowieso erinnerten mich in Rom das Wetter, die Vegetation und viele Gerüche an Kalifornien, wie ich es liebe und ich war glücklich, dass in diesem Moment die Welten und so viele schöne Erinnerungen verschmolzen. Der Sänger der Band wurde plötzlich abgelöst von einem Gast, einer Frau, die auch unbedingt etwas für uns singen wollte und eroberte sich den Platz auf der Bühne. Es war schön, wie sich auch hier die männliche und weibliche Energie abwechselten. Ihre Lieder waren an dem Abend ihrer Wertschätzung gegenüber Frauen, oder ihrer Liebe zu Frauen gewidmet.

Ich konnte sie verstehen, ich nahm für mich aus dieser Reise eine tiefe Verbundenheit mit der Weiblichkeit mit und eine neue Bewunderung, wie fantastisch wir Frauen sind, und wie vielseitig, wenn wir alle Facetten leben. Noch vielseitiger, wenn wir beide Pole zusammenfließen lassen. Erst das macht uns wirklich kraftvoll und lebendig. Doch erwecken können wir die Lebendigkeit in uns nur selbst.

Alles war eins während Rom mich so verabschiedete, wie es mich begrüßt hatte, mit himmlischer Musik. Und als ich das Café verließ, las ich zum ersten Mal den Namen an der Tür: Caffe Grecco, Enjoy. Ich war nur aus der Vergangenheit ins Hier und Jetzt übergesiedelt - um es zu genießen.

Eine oft gestellte Frage ist, wie viel Mut du brauchen wirst, um das Fenster zu dir zu öffnen. Dazu möchte ich dir folgendes sagen:

Sorge dich nicht um den Mut, denn er liegt in dir bereit. Sorge dich auch nicht um das, was du entdecken wirst, denn es bist du in deinen leuchtenden Farben.

Ich trete dir mit sanftem Blick gegenüber, denn ich sehe deine innere Schönheit, egal ob sie bereits zum Ausdruck kommt oder noch hinter Schichten des inneren und äußeren Kampfes verborgen liegt. Ich trete dir mit größtem Respekt gegenüber, denn ich erkenne deinen Mut an. Ich trete dir mit größter Freude gegenüber, denn ich bin glücklich, dass dich das Leben zu mir führt. Ich trete dir mit Dankbarkeit gegenüber, denn es ist mir wichtig, dass du deine Aufgabe in der Welt verfolgen und damit zum Guten beitragen kannst.

[c] Visual Artist Manuel Waelder

Eine weitere Frage, die du dir vielleicht stellst: ob du mit deinem Thema bei mir richtig bist.

Für mich gibt es kein Thema, mit dem du bei mir falsch sein könntest. Du kommst ja als du selbst zu mir und genau das möchte ich aufs herzlichste begrüßen. Es mag ein aktuelles Thema sein, dass dich beschäftigt oder zu mir geführt hat, doch unsere gemeinsame Zeit wird ein ganzheitliches Bild freigeben mit Facetten, die über den ersten Impuls hinausreichen.

Nun fragst du dich noch, wie ein Musing abläuft.

Auf deine Kontaktaufnahme hin, die deinen Willen manifestiert, werde ich intuitiv entscheiden und dir anbieten, wann und wo wir uns begegnen, wie lang diese Begegnung dauern wird und was der Ausgleich dafür ist.

[c] Visual Artist Manuel Waelder

Unsere Begegnung findet in der Natur oder in meinem Heim statt. Soweit ich nicht selbst auf Reisen bin und dir dabei ein Treffen anbiete, wird unser Treffpunkt immer in Bad Oeynhausen liegen, der Stadt der (Herz-)Heilung.

Freu dich auf diesen Ort, der unser Treffen beheimatet, denn es ist ein einzigartiger Kurort in Europa, der mit seinen Bädern, Gärten und herzlichen Begegnungen zum Verweilen einlädt und die innere und äußere Heilung des Menschen anzuregen vermag. Man sagt die Zeit verstreiche hier schnell, aber in einer Qualität von innerer Ruhe und Ausgeglichenheit, wie man es kaum kenne.

Eine wichtige Frage ist natürlich für dich auch „Welches Honorar bekommst du für deine Arbeit, liebe Muse?“ 

Gern möchte ich dir alles transparent machen. Und die Antwort ist genau so einfach wie ungewöhnlich: das hängt von dir ab. Einen Menschen auf seinen Weg zu führen, ist hochgradig individuell, es gibt kein Maßnahmenpaket und somit sind auch Zeit- und Energieaufwand nicht pauschalisierbar. So wie meine Arbeit völlig frei ist, nehme ich mir auch die Freiheit, den  notwendigen Energieausgleich zu erfühlen. Mit der Eingebung, welche Schritte der Mensch mit mir gehen soll, kommt auch die Eingebung, welcher Ausgleich dafür zu schaffen ist. Dieses Angebot kommuniziere ich an dich weiter in unserem Kennenlerngespräch und gebe dir Zeit deinen Willen zu prüfen und eine Entscheidung zu treffen. Stell dich darauf ein, dass das Universum einen Vorschlag schickt, der für dich in bezahlbarem Rahmen liegt, dir aber auch abverlangt für dein Glück hart zu arbeiten und deine Achtsamkeit für deine folgenden Schritte schärft. Ich lege großen Wert darauf jedem Menschen die Zusammenarbeit mit mir zu ermöglichen, der es wirklich will. Genau so lege ich aber auch Wert darauf, dass meine Klienten das Verlangen entwickeln, jeden Schritt ihrer Entwicklung bewusst und dankbar zu gehen.

Auch wenn dies ein ungewöhnliches Modell ist, ist es doch das bestfunktioniernde und das herzlichste für beide Parteien. Ich habe aus Neugierde und früherer Unsicherheit auch andere Modelle ausprobiert, aber sie entpuppten sich als unbefriedigende Ergebnisse für beide Parteien. Also lassen wir doch einfach den ganzen Prozess von Anfang bis Ende magisch sein: Das Universum hat dich zu mir geführt und es will dir die ein- oder andere Offenbarung schicken, so soll es auch den gerechten Ausgleich dafür bestimmen. Das wird es auch. Bist du bereit diesem Prozess zu vertrauen, bist du bereit mit mir zu arbeiten. Schließlich ist ein Besuch bei einer Muse ist ein „once-in-a-lifetime-thing“.

Es ist meine Berufung die Berufungen anderer Menschen zu spüren und daraufhin für sie freizulegen. Ich befreie und öffne Menschen das Herz für sich selbst und dadurch auch für ihren Lebensweg und ihre Umwelt. 

Es gehört zu den Schritten meiner Arbeit mich besonders in einen Menschen einzufühlen und seine Verbindung zur Welt nachzuvollziehen, ihm das eigene Unsichtbare sichtbar zu machen und den klaren Weg zur Selbstverwirklichung aufzuzeigen.

Dass ich dies Berufung habe und dass die dazugehörigen Fähigkeiten in mir liegen, weiß ich seitdem ich ein Kind bin. Im Alter von 10-12 Jahren spürte ich die Berufung wie ein kleines Pflänzchen, das lange brauchen würde, um sich seinen Weg durch die Erde und einen wilden Dschungel ans Licht zu bahnen. Obwohl ich zu diesem Zeitpunkt noch lange nicht bereit war, meine Fähigkeiten zu nutzen geschweige denn überhaupt klar zu sehen oder kontrollieren zu können, warf mir das Leben glücklicherweise den Begriff zu, der allem, was später kommen würde, als Definition und Leitlinie galt: Muse.

Ein klar definierter Begriff, betrachtet man die griechische Mythologie. [Mehr darüber kannst du in diesem Blogbeitrag:Was ist eine Muse lesen.] So bin ich jemand, der anderen Menschen zu schöpferischen Prozessen anspornt. Orientiert man sich allerdings am Verständnis des Begriffs der letzten Jahrhunderte, ist in das Gedächtnis der Menschen eingebrannt die „Muse eines Künstlers“, die nicht viel mit der Reinheit, Herzlichkeit und spirituellen Anbindung der mythologischen Musen gemein hat. Für mich war es damals nicht leicht als ich den Begriff googelte und mir, zu Recht, Gedanken darüber machte, ob man meine Berufung heutzutage auch noch richtig verstehen könnte. So möchte ich dich dazu einladen im Sinne der griechisch-mythologischen Begriffserklärung fortzufahren.

Die Musen auf dem Helikon

Wenn ich heute zurückblicke auf das junge Mädchen, das sich etwas verloren in der Welt fühlte und viele Anstrengungen durchmachte, weil seine Interessen so mannigfaltig waren und damit nicht annähernd einem klaren Ausbildungsgebiet entsprachen, weiß ich doch heute, dass die langen Jahre, in denen ich dieser Berufung selbst einen Weg bahnen musste, die beste Ausbildung waren, die ich hätte bekommen können. Damals völlig unsicher, welche Richtung ich einschlagen sollte, doch mit genügend Mut und familiärem Rückhalt ausgestattet, streckte ich für die Fühler aus zur Philosophie und den schönen Künsten. Nach nur einem Jahr änderte ich meinen Weg und widmete mich einem Studium, das mir dienen sollte unser Zeitalter zu verstehen, praktisch zu arbeiten und mich mit vielen Menschen zu umgeben: Digitale Medien und danach ein Master in Media Direction. Würde ich meinen Weg nicht finden, dachte ich, so hätte ich wenigstens einiges erlebt, mich künstlerisch ausgetobt und würde irgendwo einen zeitgemäßen Job finden.

Aus einer Lehrerfamilie stammend, sah ich mich auch immer mit einem Fuß in der Lehre, was sich auch in jedem Abschnitt meines Lebens ergab, ob als pädagogische Hilfskraft in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, als Dozentin an der Hochschule oder als freie Seminarleiterin im Bereich Storytelling, in dem ich mich 2013 selbstständig gemacht hatte. Und heute als Lehrerin für Kunst und Praktische Philosophie an einer Realschule.

Doch zurück zum Storytelling. Wie immer mit dem Kopf durch die Wand hatte ich damals erst eine Beratungstätigkeit aufgebaut, in der ich einen Teil meiner Berufung befreit fand: Menschen zu helfen ihre Geschichte in Worte zu fassen. Oder oft sogar mehr: Menschen zu helfen ihre Geschichte zu verstehen und weiterzuentwickeln. Unter dem Titel Philomena Höltkemeier Story Consulting machte ich mich selbstständig.

Es war ein großes Glück bestehend aus Mut, den vielen Reisen nach Kalifornien, die ich schon früh hatte erleben dürfen und den daraus resultierenden Englischkenntnissen, dass ich mit (im weitesten Sinne) Künstlern und Filmschaffenden zwischen Deutschland und den USA arbeiten durfte. Ich hatte einige Zeit in Los Angeles verbracht und dort für eine Filmproduktionsfirma lektoriert. Ebenso eine kurze Zeit beim Deutschen Fernsehen. Zusätzlich zu diesen Erfahrungen fertigte ich damals im Rahmen meiner Masterthesis Studien an, die Erklärten, welche Unterschiede im Umgang mit dem Thema Storytelling und Storytelling-Beratung in den USA und Deutschland bestanden und veröffentlichte diese in Story Development in den USA und Deutschland - eine Einführung mit begleitenden Studien. Ich beriet in den darauf folgenden Jahren für Storytelling in einer großen Bandbreite: vor allem Film- und Fernsehschaffende, doch auch Autoren, Werbefirmen und Webagenturen waren darunter. Meine Beratung zeichnete sich aus durch Tiefgang in persönlichen Gesprächen, durch ein stetiges "Was ist die tiefe Motivation hinter dieser Unternehmung und welchen Sinn soll sie in der Welt stiften?"

Aus dem starken Willen heraus Kontakte zu knüpfen, um die Selbstständigkeit zu formen, aber auch einer generellen Philantropie, die mir innewohnt, gründete ich 2013 den Stammtisch der Filmemacher, ein Networking-Event, das monatlich bis zu 100 Filmschaffenden anzog.

Hier kannst du meinen Blogbeitrag zum Stammtisch der Filmemacher im Deutschen Filmmuseum in Frankfurt am Main lesen.

Ich liebte es Menschen zu vernetzen und es wird wohl auch immer so bleiben. Der Filmbereich war ein Standbein für mich, doch es entwickelten sich Kontakte, wohin auch immer ich kam und ich liebe es Menschen kennenzulernen, die in einem Bereich tätig sind, den ich noch nicht kenne. Das befähigte mich (wie du später sehen wirst) auch dazu den Schritt in meine heutige Tätigkeit zu wagen, denn ich hatte Kontakt und Kooperationspunkte mit so vielen Berufen.

Philomena Höltkemeier's Stammtisch der Filmemacher - Logo by Bureau Mitte
Stammtisch der Filmemacher im Deutschen Filmmuseum
Stammtisch der Filmemacher in Frankfurt

Die einfühlsame dramaturgische Beratung unter Berücksichtigung der in Hollywood angewandten Kriterien der Qualitätssicherung und mein Engagement in der Vernetzung von Medienschaffenden brachte mir eine Auszeichnung der Bundesregierung ein: Ich wurde 2014 Kultur- und Kreativpilotin.

Philomena Höltkemeier Story Consulting Kultur- und Kreativpiloten 2014, hier verliehen von Brigitte Zypries

Doch die Auszeichnungen bedeutete für mich nicht angekommen zu sein in meiner Berufung, sondern sie zeigte mir, dass ich auf meinem Weg richtig war und Mut für die nächsten Schritte fassen konnte. Eine Herausforderung war es aber auch, denn ich war mir noch nicht sicher, in welche Richtung ich loslaufen sollte. Auf ewig Storytelling-Beraterin bleiben? Nein, danke. Aspekte davon wollte ich mitnehmen in die Zukunft, aber ich konnte mich einfach nicht hundert prozentig mit der Berufsbezeichnung identifizieren. Auch die Aufträge waren nicht das, was ich wirklich bewegen wollte und sie frustrierten mich manchmal, denn oft kamen die Anfragen aus dem Werbebereich und wie häufig gibt es etwas, für das man wirklich werben möchte, weil man dahinter steht? Weniger als das war nie eine Option - im Gegenteil, ich wollte viel stärker in die Sinnhaftigkeit eintauchen! Außerdem war mir bewusst, dass durch meinen medial stark kommunizierten Start in diesem Bereich bald viele Berater nachrückten und das machte mich ganz zuversichtlich dieses Feld abgeben zu können. Mich begeistern nämlich Pioniergedanken. Neues schaffen, etablieren, weitergehen. Ich bin der Frühling, der Zündfunke, die Impulsgeberin... ich bin nicht die, die ein Unternehmen leitet bis zur Rente. In den Coaching, die das Jahr der Auszeichung begleiteten, sagte mein Coach zu mir "Philomena, du wirst nie eine Firma leiten, da bist du einfach nicht der Typ... aber du wirst glücklich werden im Leben!" - und so ist es! In diesem Jahr brachte Lili Wagner mit dem Verlag für Kurzes ein Buch mit Zettelbiografien heraus und auch meine wurde darin veröffentlicht.

Zettelbiografie - veröffentlicht von der Autorin und Astrologin Lili Wagner
im Verlag für Kurzes

Das Ende dieses Lebensabschnitts bildete die Veröffentlichung meines Märchens Die kleine Minna. Dieses aufwendig gestaltete Sammlerstück, das von der japanischen Künstlerin Anna Takahashi angefertigt wurde, die ich damals als meine Nachbarin in Kalifornien kennenlernte, ist ein Werk, das Jung und Alt zur Selbstfindung und zur Selbstständigkeit ermutigt. Auch ganz selbstständig entdeckte ich dabei für mich das Selbstverlegen. Bevor ich später für meine Werke auf Print on Demand umstieg, wollte ich doch einmal selbst den Gestaltungs- und Produktionsvorgang erlebt haben. Mein oberstes Gebot war dabei, dass alles in Deutschland produziert und gebunden werden sollte und auch das Material so umweltschonend wie möglich sein musste. Dieses kostspielige, aber aufregende Unterfangen setzte ich mit Hilfe meiner Kollegen um, das Layout übernahm Bureau Mitte in Frankfurt und produziert und gebunden wurde Die kleine Minna in der Bücherhochburg Leipzig. Ein Traum wurde wahr für mich, besonders als wir das Buch in der Vorbereitung über Kickstarter erfolgreich lauschten und in Exemplare in die ganze Welt versenden durften.

Die kleine Minna - Märchenbuch mit Leineneinband und Goldprägung

Dies sollte nicht mein einziges Werk bleiben und es folgten kleine Gedichtbände, darunter einer mit der Lyrik meiner Musing und Begegnungen, die Gedichte einer jungen Muse. Alle Werke findest du auf dieser Seite unter dem Punkt Publikationen sowie im Shop. Und natürlich auf Anfrage in allen Deutschen Buchhandlungen.

Nun war in mir immer eine besondere Motivation vorhanden, deren Ausprägungen in ihrer Komplexität manchmal meine Geduld überstiegen. Der Spagat zwischen Storytellingberatung, eigenem Schreiben, Vernetzen (nicht meiner eigenen Vernetzung, sondern dem Vernetzen Dritter, einem Netzwerk, das irgendwann von Film bis Raumfahrt reichte) und meiner Liebe zur Natur, Spiritualität und ganzheitlicher Kommunikation war irgendwann gewaltig. Fühlte sich das Noch-nicht-angekommen-sein lange wie ein Stillstand an, so hatte ich doch in jedem dieser Bereiche alles bewegt, was ich konnte, um mich darin weiterzubilden und alles aus meinen Fähigkeiten herauszuholen. Ich spürte, dass all dies zusammen meine Natur war, doch ich mich nicht länger dazwischen aufteilen, ja aber auch keiner Disziplin eine Hauptrolle einräumen wollte. Ich habe davon geträumt selbstbestimmt zu arbeiten, ohne Büro, in Gesprächen, in Spaziergängen in der freien Natur, über Kontinente hinweg. Und nicht an 10 Fronten, sondern einfach nur alle Aspekte meines Seins in einer Tätigkeit zu vereinen.

Das war der Zeitpunkt, an dem alle Fäden in einem einzigen Anruf zusammenliefen. So sagte ich zu meiner Familie am Telefon: „Es reicht mir jetzt. Ich bin jeder Abzweigung gefolgt und ich werde dort allein nicht glücklich. Ich bin kein Gemischtwarenladen, ich brauche das Dach überm Kopf, das große Ganze. Und das große Ganze heißt Muse. Ich weiß, dass es nicht leicht wird, aber ich muss so sehrlich sein und dem folgen, was ich fühle.“ Meine erste Erwartung einer Reaktion war Unverständnis und so war ich so überrascht, wie es wahrscheinlich jeder ist, der sich einmal seinem Weg öffnet, dass die Hürden, die man antizipiert, oft nicht existieren. „Ja das macht Sinn,“ sagten sie, „das hast du immer ausgestrahlt, irgendwie kommuniziert. Wir haben uns immer gefragt, wann es dir selbst mal auffällt.“ Berichtete ich Freunden und alten Bekannten von meiner Entscheidung, erhielt ich immer die gleiche Reaktion. Einen natürlichen, freudigen Zuspruch. 

Wenn ich zurück blicke, gab es in meinem Leben bisher viele magische Momente, in denen eins zum anderen führte und mit denen sich mein Werdegang wellenartig entwickelte. Magische Begegnungen, Impulse, Ideen. Diese Magie war immer in mir, deshalb interessierte ich mich auch so früh dafür. Und ich zog sie an. Aber hatte sie Platz in der Welt?

Die Begegnungen zeigten mir JA! Das hat sie! Lebe, wer du bist, denn damit wirst du gebraucht! Doch dafür musste ich mir auch eingestehen, dass ich vorher Angst vor meiner eigenen Größe gehabt hatte, Angst damit zu scheitern, Angst damit nicht akzeptiert zu werden. Deshalb war ich Umwege gegangen. Die wirkliche Hürde ist nie gewesen, was Menschen über mich denken werden, die wirkliche Hürde war ich selbst. Alte Ängste loszulassen (das ist eine Bücherfüllende Geschichte für sich). Mich selbst zu befreien und meinen Weg zur Berufung und den inneliegenden Fähigkeiten zu bahnen, war die Voraussetzung dafür, dass ich anderen Menschen dabei jetzt und in Zukunft helfen darf:  

Als heilende Muse, die Menschen ihre Blockaden nimmt, das Herz öffnet, die Berufung erfühlt und dann den Mut und die Inspiration bringt, die den Weg erleuchtet und auch noch die richtigen Kontakte anzieht.

Und auch hier kam wieder ein entscheidender Impuls aus Kalifornien "You are a muse, yes," sagte eine fremde Frau zu mir als ich ihr von meiner Berufung erzählte, "I see that. But you are a healing muse." So begann ich auch die Heilkräfte in mir wiederzuentdecken. Heilkräfte können dabei in allem Stecken, im Umgang mit allem, w as mich umgibt, im gesprochenen und geschriebenen Wort, im sich Einfühlen und Zuhören, in heilenden Händen. All das hatte ich auch schon einmal für mich entdeckt als ich ca. 12 war. Spiritualität hatte mich eben immer beschäftigt. Und nun war es an der Zeit mich tiefgreifender damit zu beschäftigen, doch ohne Lektüre, stattdessen einfach ins Fühlen zu kommen. Ich öffnete mich für all diese Fähigkeiten und ließ sie fließen. Ohne sie zu bewerten und ohne sie als "meine" Fähigkeiten zu sehen, sondern einfach als in der Welt vorhandene Möglichkeiten, für die ich entweder offen bin und sie durch mich fließen lasse oder eben nicht. Das mache ich bis heute so. Dieser Fluss ist von mir unabhängig. Deshalb ist es mir heute auch eine besondere Freude Menschen zu helfen ebenfalls in diesen Flow zu finden, die sich dafür interessieren.

„Du siehst Menschen wie sie sind und öffnest ihnen das Fenster zu sich selbst, damit sie sich auch sehen können,“ hat jemand mal zu mir gesagt. Ich finde das ist eine schöne und treffende Beschreibung meiner Arbeit. Es ist ein essentieller Schritt im Leben eines jeden Menschen sich selbst in seinem Wesen zu erkennen; ein ganz und gar unerlässlicher Schritt, wenn man mit sich und der Welt im Einklang sein und die Wirkung des eigenen Potentials entfalen möchte. Das Fenster zu öffnen ist eine schön einfache Beschreibung für einen komplexen Vorgang, der auf vielen Ebenen abläuft und auf meiner Seite viel Mut und eine feine Empfindsamkeit erfordert, um jedem Menschen so unter die Arme zu greifen, wie es für ihn erforderlich ist. Und alles ist dabei: die positive, spirituelle Magie, die Motivationskraft, die Psychologie. Doch ich schöpfe meine Vorgehensweise nur aus mir selbst und meinen Erfahrungen, nicht aus Lehrgängen. Ich nehme Impulse auf, ja. Aber nur, wenn sie mir mir in Resonanz treten, denn es bedeutet ja, dass sie etwas in mir zum Schwingen und Klingen bringen, was schon vorhanden war! Meine Aufgabe ist es den Menschen zu sich selbst zu führen. Und da muss ich sagen ist auch das im Leben angeeignete Wissen ein Mantel, der das Innerste überlagert und auch dieser gehört hochgehoben.

Wenn mich jemand fragt, ob der Weg, den ich in den vergangenen 32 Jahren hinter mich gebracht habe, einfach war, kann ich das nicht bejahen. Es ist nie einfach gewesen. Wie oft habe ich aus Unverständnis geschimpft und mir gewünscht, dass mir Menschen begegnen mögen und ich Einfälle habe, mit denen sich alles fügt. Ich verrate dir: manchmal schimpfe ich immer noch und muss mir die Antwort erfühlen. Auch ich bin in ständiger Weiterentwicklung! Aber mein Leben war schon voll von unglaublichen, magischen Erfahrungen, Begegnungen, Überwindungen und Lernerfolgen. Und ich wünsche es jedem Menschen von Herzen, dass er mindestens genau so viel Schönes erleben darf wie ich. Dazu bin ich da, um zum Glück eines Menschen beizutragen.

Dank dieses besonderen Weges fühle ich mich für alles bereit, was kommen mag. Ich weiß nun: in dieser Mannigfaltigkeit meines Wesens ruht der Schlüssel zum Verständnis eines jeden Menschen, der zu mir findet. Ich weiß ich kann mit jedem fühlen. Ich weiß das Musing wird ein schönes, unvergessliches Erlebnis im Leben dieses Menschen bleiben und den Start einer neuen Zeit, des eigenen, unverfälschten Weges zum Glück markieren. Und in meinem Herzen ruht die Liebe, die jeden so begrüßt, wie er ist: authentisch, voll von Fehlern, Blockaden, Ängsten, Wünschen, Ideen und eigenem Gespür! 

Wenn du bereit bist dein Licht zu finden, öffne ich für dich gern alle Türen und Fenster. 

Deine Muse

Ist eine Muse nur für die Kunst da? Nein!

Was ist eine Muse und wie arbeite ich?

Wir kennen den Begriff Muse heutzutage fast nur noch als inspirierenden Sparringpartner eines Modeschöpfers oder Künstlers, die Wirkung der Muse gebunden an eine einzelne Verbindung. 

Einige Jahrhunderte und sogar Jahrtausende früher war dieser Begriff jedoch anders definiert. Musen sind nämlich nichts Neues. Musen hat es immer gegeben. Die ältesten Texte unserer Welt handeln von den Musen (Hesiod).

Die Musen finden wir schon in der griechischen Mythologie. Als Schutzpatroninnen der Künste und der Wissenschaften (damals: die Wissenschaft als theoretische Auseinandersetzung mit existenziellen Fragen, die Künste als Methode des Fühlens und des Ausdrucks derselben). Die Musen sind traditionell bei den Quellen beheimatet. Und man könnte sagen in besonderem Maße sind sie an die Quelle der Inspiration angeschlossen. Inspiration fließt durch sie durch und macht die Muse zum guten Berater und Gesprächspartner. Musen hatten damals - wie heute - jede zusätzlich eine eigene Expertise: Musik, Poesie, Gesang und und und…

Die Arbeit einer Muse ist aber nicht nur definiert über den Fluss an Inspiration, sondern auch über das Interesse am Menschen, ein hohes Einfühlungsvermögen und den Gebrauch der Intuition, des Bauchgefühls, dem „Einschalten der Antennen“. Für manche ist das ein natürliches menschliches Werkzeug, andere sehen es als göttliche Magie.

Interessierte Menschen, darunter nicht nur Künstler, sondern alle, die sich mit einem Thema beschäftigten, für das sie kreative Impulse gebrauchen konnten, besuchten die Musen zum Gespräch und ließen die Inspiration in ihr Schaffen einfließen. Menschen, die ihre Berufung und ihre Bestimmung suchten und endlich finden wollten. Menschen, die neugierig waren. Menschen, die etwas erschaffen wollten.

So arbeite auch ich mit den unterschiedlichsten Berufsgruppen und Menschen allen Alters: zu mir finden Kreativschaffende, Erfinder, Unternehmer und Führungskräfte, Angestellte, Lehrende und Studenten, noch nicht oder nicht mehr Berufstätige.

Meine Arbeit steht in der Tradition der Musen und entspricht exakt dem urpsrünglichen Musenbegriff. In Gesprächen, auf Spaziergängen, Ausflügen und Reisen gebe ich Inspiration weiter und bin dabei nicht nur Sparringpartner für Projektideen, sondern auch für die gesamte persönliche Entwicklung und die Entdeckung von Potentialen. Gleichzeitig vernetze ich mit den relevanten Ansprechpartnern. 

Wenn die (Schul-)Ferien kommen, habe ich keinen festen Plan, wie ich sie verbringen möchte. Das liegt auch daran, dass ich mein Leben nicht in Arbeit und Ferien einteile, sondern alles als erfüllte Lebenszeit zu genießen versuche. Da die restliche Zeit des Jahres etwas voll gestopfter ist, lasse ich also in meiner Freizeit bewusst Platz. Der darf dann aufgefüllt werden durch gute Ideen, neue Impulse, Überraschungen und Wunder. Heute habe ich einen Tag mal bewusst nur für mich gestaltet und er begann mit einer Fahrt mit der Museumseisenbahn.

Das hätte vielleicht schon als Ausflug und Inspiration gereicht. Man wird in der Zeit zurückversetzt und ich würde gern viel öfter so reisen! Eine gemütliche Fahrt in der vornehmen Holzklasse. Die Überraschung hat auch nicht gefehlt, denn ein paar Kilometer vor dem Ziel blieb die Bahn stehen und musste umkehren (#mercuryretrograde ;). Die Erwachsenen meckerten, die Kinder hat es nicht interessiert und sie blieben voll Freude. Für sie war der Weg das Ziel und sie hielten die Köpfe aus dem Fenster und riefen sich gegenseitig zu, wann der andere ihn wieder einziehen muss, um nicht von Gestrüpp oder Brückenpfeilern auf der alten Strecke erwischt zu werden.

Danach bekam die Leichtigkeit des Seins ein bisschen Tiefgang als ich unter Tage fuhr in das Besucherbergwerk Kleinbremen, das im zweiten Weltkrieg stark für die Rüstungsindustrie ausgebaut wurde. „In den Berg fahren“ bedeutet übrigens nicht, dass man fährt, sondern es bedeutet auch den Abstieg zu Fuß. An einem Punkt stand uns aber eine kleine Bergbahn zur Verfügung, die mit uns viele Hundert Meter durchs Dunkel rollte. Die Führung war leichtfüßig und interessant gestaltet und bot ein paar Überraschungen. Aber es kamen in mir natürlich gemischte Gefühle auf an diesem Ort, der viele Wunder in sich trägt, doch so stark bearbeitet wurde und so viel mitgemacht hat, dass er ein bisschen Heilung benötigt. Wir haben uns alle mit dem Bergmanngruß begrüßt und verabschiedet: „Glück auf“ gewünscht und ich hab es dabei im Stillen auch diesem Ort gewünscht, der seinen Frieden, oder ein bisschen Licht in der Dunkelheit, verdient hat.

Das Anthropozän ist hier so sichtbar. Und ich persönlich halte es für eine sinnvolle Idee, wenn jeder Mensch, der in seinem Leben mit Steinen arbeitet, egal ob er fossile Brennstoffe nutzt, Elemente aus dem Stein herauslöst, Steine im Haus verbaut, sich Edelsteine kauft oder gar mit den Schätzen der Erde handelt, sich den Abbau dieser Elemente unter Tage anzuschauen und sich bewusst zu machen, dass das, was man an anderer Stelle gewinnt, hier im Gesamtgefüge fehlt und eine Lücke erzeugt, die unter Umständen Auswirkungen hat. Zum Beispiel auf das Grundwasser, das verunreinigt werden kann, oder auch auf die Stabilität ganzer Landschaftsabschnitte... In aller erster Linie aber auf die Ganzheit der Erde, auf der wir leben, auf die Ganzheit des Landschaftsgebietes, das sein Inneres hergibt. Wir sind Menschen, wir wollen etwas schöpfen, etwas aufbauen und transformieren. Das ist wundervoll! Doch beginnen wir die Erde als Lebewesen zu betrachten, oder noch einfacher, kleine Landschaftsteile als Teile dieses Lebenswesens oder vereinfacht als eigene Lebensformen zu betrachten, als selbstständige Ökosysteme, dann ist es nur logisch, dass dieses System ins Wanken gerät, wenn man ihm etwas entnimmt. 

(*In der Ausstellung zum Bergwerk wurden auch die Errungenschaften des Bergbaus in der Region aufgelistet, darunter die Quellenbohrungen von Bad Oeynhausen. Und unter dem obigen Gesichtspunkt sind natürlich auch diese als fragwürdig zu betrachten, inwiefern man ungefragt in die Natur eingreift. Dass das nur gut gehen kann, wenn man wenigstens mit dem größtmöglichen Respekt, der Fürsorge und Liebe hegt und pflegt, was man geschaffen hat, sieht man in unserer Stadt auch, denn die Liebe zu den Quellen fehlt, sie werden nicht mal regelmäßig gereinigt und wachsen dadurch mit Gipskristallen zu, dass sie unbrauchbar werden. Die Natur holt sich zurück, was erbeutet wurde, erst recht, wenn es in Vergessenheit gerät.)

In Teilen der Stollen ist Grundwasser aufgestiegen als hätte es sich den Raum zurück erobern wollen. Einzelne Stollen waren beleuchtet und ein kleines Boot lag am „Ufer“. Auf einem Schild stand „Tauchen auf eigene Gefahr“. Was für ein wunderschöner, metaphorischer Satz an diesem Ort, dachte ich, niemand übernimmt die Verantwortung dafür, wenn wir in der Tiefe baden wollen. Das Element Wasser steht ja bekanntlich für die Gefühlstiefe. 

Alle schauten gespannt auf den unterirdischen See und man konnte spüren, dass der ein- oder andere sich danach sehnte hier in den beleuchteten Tiefen zu tauchen und sich in das kleine Boot zu setzen auf der Suche nach verborgenen Schätzen und unentdeckten Wundern, die tief in die Dunkelheit hinein reichten. Manche sprachen den Wunsch auch aus. Die Boote lagen hier übrigens, weil hier in der Vergangenheit wirklich getaucht wurde, bis der Besitzer es aus Haftungsgründen ausschloss. 

(** In einem weiteren Blogbeitrag erzählte ich schon davon, dass das Baden in den Oeynhauser Quellen ja auch schon vor 100 Jahren ein beliebtes Mittel gegen das damals wie heute bekannte - damals nur anders betitelte - Burnout war, denn die Berührung mit Wasser bringt uns wieder in Kontakt mit unseren Gefühlen, sozusagen in den Fluss.)

Meine Reise führte mich weiter zu einem Restaurant in einer ganz kleinen Paschenburg mit einem Ausblick über das Land und ich wäre hier sitzen geblieben, um zu schreiben, hätte man nicht eine große Gesellschaft erwartet. Niemand drängelte mich - im Gegenteil, die Mitarbeiter sind hier unfassbar freundlich, deshalb bin ich so gern da (wenn ich es auch nur wenige Male im Jahr schaffe) -, aber ich beschloss noch einen kurzen Waldspaziergang zu machen und wurde am Ende auf den Garten des Bildhauers aufmerksam, den ich für einen Privatgarten gehalten hatte. Ein Paar stand darin und unterhielt sich mit der Bildhauerin. Sie gestattete auch mir Einlass in den Wandelgarten, der liebevoll übersät war von mystischen Arbeiten, die mich oft an Marko Pogacniks Geopunktur erinnerten (UNESCO Friedenskünstler 2016) und diesen Ort Zu einem Platz des Friedens machten, den er weiträumig ausstrahlte.

Dabei kam mir auch wieder in den Sinn, was ich damals 2015 im Gespräch mit Marko über die Steine gelernt hatte, sie als lebendige Elemente der Natur zu begreifen und damit zu arbeiten.

Was für ein Kontrast den Stein mit Liebe zu betrachten und ihn als Friedensbringer zu verstehen, und nicht nur als Element, das uns Menschen Untertan ist, wie es noch im Bergwerk der Fall war. Der Stein als Teil des Großen Ganzen. Der Stein als gewachsenes Element. Der Stein als Raum. Der Stein als lebendiger Boden, auf dem wir wandeln, leben und gedeihen. Ein großes Lebewesen. Wie wundervoll einige der Gartenkünstler die Lebendigkeit des Steins in Gesichtern ausdrückten!

🕊 Ein erfüllter Ferientag, der mich tief geerdet hat.

Dass dieser Tag mit dem Thema Steine, Krafteinsatz und Gefühlstiefe astrologisch auf die Zeit der Steinbock-Finsternis fiel, ging mir erst auf als ich diesen Text schrieb. Dabei waren mir die in Stein gehauenen Sternzeichen und wenigen Kosmogramme im Garten gleich ins Auge gefallen. Jeder kennt das Zitat "Auch aus Steinen, die dir in den Weg gelegt werden, kannst du etwas Schönes bauen." Am Tag, der auf meinen Ausflug folgte, beschäftigten mich in der Tag die Steine, die mir in der Vergangenheit in den Weg gelegt wurden und die Aspekte, in denen ich mir selbst im Weg stehe und ich bahnte Gespräche an, um sie aus dem Weg zu räumen. "Mir fällt ein Stein vom Herzen" war das Gefühl, das mich nach diesem Gespräch durchzog. Der Steinbock räumt also das aufgeschüttete Geröll aus dem Weg, er baut auf, er will zum Erdinneren vordringen. Los gehts!


Gutes tun

Alle Museumseisenbahnvereine arbeiten hart dafür die Loks fahrtüchtig zu halten und es ist ein teures Unterfangen, das nicht durch Fahrkartenverkäufe ausgeglichen werden kann. Sie sind deshalb auf Spenden angewiesen. Hier kannst du mehr über die Vereine erfahren, die ich bisher kennenlernen durfte und mit Freude eine Spende abgeben, die deine wohlwollende Energie transportiert:

Museumseisenbahn Minden, NRW

Museumseisenbahn Darmstadt-Kranichstein, HESSEN


Gutes tun

Etwas neues lernen: Erdheilung

Informiere dich zum Thema Geomantie (hier eine schöne Erklärung) und versuch doch einmal in allen Lebensbereichen achtsamer mit dem Thema "Gesundheit der Erde" umzugehen. Es gibt hier so viele Möglichkeiten, sie enden nicht beim Verzicht auf Plastik oder Autonutzung, sondern reichen auch hinein in aktive Handlungsfelder, die deine inneren Kräfte ansprechen.

Teil 1:

Ich wache auf, es ist Montag. Die Vögel zwitschern, die Sonne leuchtet mir ins Gesicht und doch bin ich nicht mehr in der kleinen Hütte, in der ich drei Tage lang wie Pettersson mit Findus Mittsommer zelebriert habe. Nur statt Findus war da meine gute Freundin Leonie Pichler (Instagram: @leoniepichlerlive), für die ich morgens Kaffee gekocht habe.


Drei Tage einfaches Leben auf einer schwedischen Insel. Ohne Autos, eigentlich auch ohne Fahrräder. Kein fließendes Wasser. Aber überall Wasser um uns herum. Man geht zu Fuß oder fährt Boot, um seine Freunde auf anderen Inseln zu besuchen. Der nächste Laden irgendwo weit weg auf dem Festland, für uns unerreichbar. Keine Zeitpläne. Kein Müssen. Zeit sich mit dem Wollen zu beschäftigen. Ich wollte schon immer mal Mittsommer in Schweden verbringen. Diese längsten Tage des Jahres erleben, an denen die Sonne fast nicht untergeht und um den frisch geschmückten Mittsommerbaum getanzt wird mit Blumenkränzen im Haar und Blumen für die Liebe in den Träumen unter dem Kopfkissen. Energetisch besondere Tage im Jahr, die zur Transformation einladen, aber vor allem zur Besinnung darauf, was uns heilig ist. Und um bewusster zu leben und zu lieben.


Wir zogen uns also (etwas träge) auf eine Insel zurück, um sie mit voller Kraft voraus zu verlassen. (Und tatsächlich ergab es sich auch so, dass wir mit einem trägen Boot zur Insel gebracht wurden und auf dem Rückweg mit dem Motorboot und wehenden Haar über das Meer flogen). Im Hier und Jetzt dieses wundervollen Fleckchens der Welt wurde uns klar, dass wir aus der Vergangenheit lernen, und sie dann aber auch Vergangenheit sein lassen sollen, Ängste gehen lassen, denn Rückschau macht träge und die Erfüllung dessen, was wir uns aus tiefstem Herzen wünschen, kann nur die Zukunft bringen.

Im Hier und Jetzt wollen wir leben , mit noch mehr Mut als vorher und die Zukunft wollen wir mit offenen Armen und tiefer Liebe empfangen. Liebe, die wir schon in uns tragen als unser inneres Licht, das kräftig mit der Sonne leuchtet und nachts nicht untergeht. Sind wir nicht alle ein ewiger Mittsommer? Damit bin ich wohl am Ende der Reise der kleinen Minna angekommen. Dann kann nun tatsächlich das nächste große Abenteuer meines Lebens beginnen! 

Teil 2:

Wenn man mit guten Freunden reist, bringt das immer viele Erkenntnisse mit sich. Je nachdem wie die Sterne stehen und was man mit sich trägt, ist die Zeit manchmal leichtfüßig und manchmal schwer. Auf unserer Reise nach Schweden haben wir leichtfüßig schwere Brocken gehoben.

Manchmal werde ich gefragt, ob mein Leben eigentlich immer nur leicht ist, weil es nach Außen oft unbeschwert wirkt. Bedingt ist es auch so. Aber so ist es nur, weil ich darum bemüht bin das loszulassen und zu transformieren, was mich beschwert, immer mit dem zu arbeiten, was auf mich zukommt. Das tue ich für mich, aber auch damit ich meinen Aufgaben gerecht werden kann und den Menschen, denen ich Gutes bringen möchte. Was ich erlebe, höre, sehe, ist oft das Gegenteil von leichtfüßig, aber ich will an den Herausforderungen wachsen. Ich will Wandel und Veränderung begrüßen und lernen anzunehmen, was die Welt mir schenkt. Dafür muss man sich aber erst mal bereit machen!

Ich habe vor Schweden ein schönes Zitat gelesen: „Wer ankommen will, muss sich auf den Weg machen.“ Ich gehe los: in mich, suche die wunden Punkte auf und höre aufs Herz, was es mir zu Heilung sagt, Liebe, Freude, Zukunft. Manchmal mit Geduld, manchmal mit Ungeduld, aber irgendwie doch immer zum richtigen Zeitpunkt. Wie schön, dass man ein ganzes Leben lang Zeit hat das Universum in sich um sich herum zu entdecken. Ein Prozess, an den man sich etwas gewöhnen muss, aber er hat so viele Wunder hervor gebracht, dass ich mittlerweile darauf vertrauen kann, dass es der richtige Weg ist, wenn ich intuitiv meine Schritte gehe & sie aus vollem Herzen kommen. 


Und Leonie Pichler (http://leonie-pichler.eu/) hat mir heute Morgen eine WhatsApp-Nachricht mit diesem Bild geschickt: Am Flughafen wurde sie zu unserem Schweden-Trip interviewt. Vielleicht liest ja jemand, dass wir beschlossen haben auf unser Herz zu hören und nimmt es sich zum Anlass das auch auszuprobieren... das geht nicht nur während des Midsommar! 

Der Stammtisch der Filmemacher tagt im Deutschen Filmmuseum, Frankfurt am Main

Die Kreativbranche boomt. Die Filmbranche ist riesig geworden. Unübersichtlich riesig. Und anonym. Viele haben es hier nicht leicht. Der Zusammenhalt fehlt.

Was wäre, wenn…

…eine Veranstaltung dafür sorgen könnte, Brücken zu schlagen, ein neues Miteinander aufzubauen?

2013 gründete ich den Stammtisch der Filmemacher (SDF), ein Networking-Event für die Filmbranche, welches in kurze Zeit zu Deutschlands größtem monatlich stattfindenden Filmschaffenden-Treffen heranwuchs.

Der SDF ist der Treffpunkt für alle aktiven Filmschaffenden. Hier treffen sich Produzenten, Drehbuchautoren, Regisseure, Schauspieler, Kamera- und Tonleute, Cutter, VFX Künstler, Maskenbildner, Makeup-Artists. Die Gesamtheit der Filmszene ist hier abgebildet. Das bedeutet für dich, dass du dir hier eine Crew zusammenstellen oder Teil einer Crew werden kannst. Du begegnest bei uns etablierten Profis bis jungen Studenten. Das Event wird zum Erfahrungsaustausch, Teambuilding und Recruiting genutzt. Seit 2016 findet der Stammtisch der Filmemacher im Deutschen Filminstitut und Filmmuseum in Frankfurt am Main (Museumsufer) statt und ist Knotenpunkt zwischen freischaffenden Kreativen, Firmen, Organisationen und der Wirtschaftsförderung.

Stammtisch der Filmemacher Logo

Der Stammtisch entstand 2013 als ich mein Studium Media Direction an der h_da beendet und mich selbstständig gemacht hatte als Storytelling-Beraterin für den Bereich Drehbuch-Coaching und Konzeptentwicklung. Ich suchte selbst Kontakte in den Filmbereich und fand es extrem schwer, unübersichtlich. Ich war neugierig darauf zu erfahren, wie viele Filmemacher es im Rhein-Main-Gebiet gibt, mit denen mir eine Zusammenarbeit Spaß machen würde. Und da ich mich neu in dieser Branche fühlte, hielt ich es für die beste Idee selbst einzuladen, denn ich hatte noch gar keinen Überblick über andere Veranstaltungen. Außerdem hatte ich zwei Jahre zuvor wunderbare Erfahrungen mit meinen Salon-Veranstaltungen gemacht und liebte es schon immer Menschen zusammenzubringen. Warum also nicht hier selbst Initiatorin sein?

Obwohl es damals viele Skeptiker gab, die prophezeiten das Event würde nicht abheben, nicht mal ein Jahr überleben, blieb ich einfach mutig und dickköpfig am Ball und so brachten wir nach ca. einem Jahr monatlich bis zu 80 Personen zusammen. Die Restaurants, in denen wir tagten, wurden schnell zu klein und ich war froh als mir das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst 2015 den Kontakt zum Deutschen Filminstitut und Filmmuseum herstellte, das großes Interesse an unserer Veranstaltung zeigte uns uns im Folgejahr im Haus unterbrachte. Auch die Wirtschaftsförderung wurde mit Film in Frankfurt unser Sponsor. LIQUID Kommunikationsdesign übernahm die Fotografie der Events.

An dieser Stelle möchte ich mich für diese wundervolle Kooperation der vergangenen Jahre bedanken und hoffe, dass noch viele Stammtische folgen werden.

Beeindruckend ist die mittlerweile unüberschaubare Zahl an Projekten, die durch die Vernetzung der Teilnehmer entstanden. Filmschaffende sind immer herzlich eingeladen ihre Ideen vor Ort zu teilen. Natürlich freue ich mich umso mehr später auch von der Verwirklichung zu hören.

Philomena Ansprache beim
Stammtisch der Filmemacher

Beim Stammtisch der Filmemacher halte ich immer eine kurze Ansprache dazu, wie man sich möglichst einfach, aber nachhaltig vernetzt. Ich erkläre den neuen Teilnehmern, dass wir alle hier sind um Menschen kennen zu lernen und deswegen auch niemand scheu sein muss jemanden anzusprechen, ganz Gegenteil! Die Kontaktaufnahme wird von jedem dankbar angenommen. Für jedes Ziel gibt es Ansprechpartner und darüber hinaus kennt jeder jemanden, der jemanden kennt. Doch wir werden etwas verpassen, wenn wir nur hier wären um Business Kontakte zu knüpfen! Nein wir sind auch hier den Menschen selbst wegen und der Freude an der Kreativität und Herzlichkeit! 


Also verbiegt euch niemals, bleibt ihr selbst, denn es gibt irgendwo einen Platz für euch. Bei uns auf jeden Fall! Wir gehen den Weg der Weiterentwicklung gemeinsam.

SDF Trailerdreh mit Stefan Szech

Die nächsten Termine des Networking-Event Stammtisch der Filmemacher in Frankfurt findest du hier.

Bad Oeynhausen, ein Ort, an dem das Herz aufgeht.

Ich liebe meine Heimat für ihre Schönheit und das Potenzial, das darunter schlummert. Potenzial nicht nur in Form von Quellen, die vor Jahren in Vergessenheit gerieten, verstopften und freigelegt werden müssen, wie auch wir unsere inneren Kanäle immer wieder freilegen müssen. Auch das Potenzial in Form von Menschen, die ein Quell des Glücks sind. Menschen, die eine besondere Wärme und Herzlichkeit ausstrahlen, Impulse setzen und zum Umdenken anregen. Und das für jede erdenkliche Form der Heilung.

In Bad Oeynhausen gibt es auf sehr überschaubarem Raum ein mannigfaltiges Angebot an Möglichkeiten der Heilung, Persönlichkeitsentwicklung & Entspannung. Von der Herztransplantation bis zur Meditation, von der körperlichen bis zur geistigen Therapie & Reha. Vom Spaziergang bis zum Entdecken seiner Selbst, dem Finden des eigenen Ich und der Berufung. Und das immer mit einer extraportion Herzlichkeit. Nicht umsonst ist ein alter Spruch des Kurbades: "Bad Oeynhausen, herzerfrischend". Zweideutig ist er, so wie mein Eingangsspruch "Ein Ort, an dem das Herz aufgeht," denn in der Tat ist dieser Ort heutzutage vor allem bekannt für seine Herz-Operationen. Auch über die deutschen Grenzen hinaus ist meine Heimat bekannt für ihre Pionierstellung im Bereich Herztransplantationen. Vor meiner Haustür liegt die Herz-Reha. Ich bin froh für all die Menschen, die hier in Bad Oeynhausen Heilung finden und noch glücklicher bin ich für diejenigen, die sie finden bevor der Ernstfall eintritt. Nicht umsonst sind in der Region viele Therapeuten und Heiler ansässig, denn sie begleiten die Menschen ganzheitlich in Herzensdingen.

Zur Muse

Vor 2 Jahren zog es mich zurück aus meiner langjährigen Wahlheimat Darmstadt in meine tatsächliche Heimat, das Weserbergland. Ich fand eine schnucklige Wohnung direkt am Kurpark und freue mich seither meine Gäste in meinen vier Wänden im Herzen der Herzheilungsstadt zu empfangen.

Es fühlt sich einfach richtig an, wenn ich durch den Park zu Familie und Freunden spazieren kann. Und Dauer-Kurgast zu sein gibt meinem Leben eine Qualität, die ich nicht mehr missen möchte. Wie sehr regte mich diese Stadt auf als ich jung war und mich langweilte! So ging es meiner ganzen Generation. Aber welchen Jugendlichen geht es in Kleinstädten oder auf dem Land nicht genau so? Damals alten wir ja kaum, wie stark dies unsere Kreativität fördern würde. Heute sind meine Freunde aus Kindertagen ebenfalls (viele schon lange vor mir) nach Bad Oeynhausen zurückgekehrt, um den Frieden dieses glücklichen Ortes zu genießen, aber auch um ihn zu vermitteln.

Meine Freunde Christian Barnebck und Rene Haeseler von QUISISANA haben ein Stadtführungsprogramm aufgebaut, das uns Oeynhausener stolz darauf machen kann, in was für einer Stadt wir leben dürfen. Erst kürzlich wurden neue Studienergebnisse vorgestellt, welche die preußische Kurarchitektur Bad Oeynhausens im europäischen Kontext erläuterten und die Relevanz der Stadt, die als königliches Bade aus antiken Vorbildern erschaffen wurde, beleuchten.

Bis weit über die Landesgrenzen bekannt war Bad Oeynhausen für sein erhabenes Flair und seine gleichzeitig soziale Komponente als Stadt, deren Bäder von allen Gesellschaftsschichten genutzt werden durften. Bad Oeynhausen ist bis heute bekannt als die erste Stadt ohne Stufen, in der alle Wege und Eingänge mit Rücksicht auf Lahme und Kranke gestaltet wurden und in welcher freiwillige Helfer, die sogenannten Wolkenschieber, ehrenamtlich die Rollstuhlgäste von Tür zu Tür brachten oder Spazieren führten.

Da so viele helfende Hände aktiv daran arbeiten das über ein paar Jahrzehnte vergessene Potential dieser Stadt wiederzuentdecken und Bad Oeynhausen seiner Identität zurückkehren zu lassen, kann ich an dieser Stelle nur meinen Dank und meine Bewunderung für dieses Engagement aussprechen. Hier wurde erkannt, dass nicht nur Menschen, sondern auch Orte eine Seele haben, ein Potential, eine Identität, einen Sinn, der gelebt werden will. Und diese Stadt ist das beste Beispiel dafür, wie schnell es passieren kann, dass man sich verliert, wenn man aufhört auf die wesentlichen Dinge zu achten. Wo sonst, wenn nicht hier, kann und muss man dem Inneren auf die Spur kommen. So möchte ich dich herzlich dazu einladen, dir die Freude zu gönnen, unserem Heilbade einen Besuch abzustatten und wenn du dich danach fühlst, die Muse zu besuchen.

Meine Empfehlungen für deine Reise nach Bad Oeynhausen:

Das Hotel Wittekind wegen seiner ruhigen Lage am Park, der Historie, Gastfreundschaft und des hauseigenen Solebades. Das Vienna House wegen seiner Lebendigkeit und dem edlen Entree in den Kurpark durch das Kaiserpalais.

Rund um den Kurpark finden Sie eine große Auswahl an Cafés und Restaurants.

Schöne Optionen für Ausflüge sind die Bali-Therme, das GOP Varieté, die Aqua Magica mit ihren Gartenveranstaltungen und dem Literaturfest "Poetische Quellen", die weiteren Stadtparks, das Deutsche Märchen- und Wesersagenmuseum, der Museumshof, das Kaiser-Wilhelm-Denkmal mit Ausstellung und Ausblick.

Auch die umliegende Region ist sehr sehenswert, so bieten sich Ausflüge in meine Geburtsstadt Minden an, in die Kulturstadt Detmold zum Schloss oder ins Freilichtmuseum, und zum Schloss Bückeburg mit seinen vielfältigen Eventthemen.

Der schönste Ausflug ist natürlich immer der mit Muse 😉

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